Künftiger US-Präsident Biden gegen Corona geimpft | Aktuell Amerika | DW | 21.12.2020
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COVID-19

Künftiger US-Präsident Biden gegen Corona geimpft

Der künftige US-Präsident Joe Biden hat sich vor laufender Kamera in seinem Heimatstaat Delaware gegen das Coronavirus impfen lassen. Er rief seine Landsleute auf, es ihm gleichzutun.

USA Biden lässt sich gegen COVID impfen

Joe Biden erhält eine Spritze mit dem Impfstoff gegen das Coronavirus

Joe Biden rollte seinen linken Ärmel hoch und sagte der Krankenschwester, die die Spritze hielt: "Ich bin bereit." Nach dem Einstich appellierte der Politiker an alle Amerikaner, sich ebenfalls impfen zu lassen, sobald ein Impfstoff für sie verfügbar sei. Der 78-jährige Politiker warb bei seinen Landsleuten um Vertrauen in die Impfung und sagte, es gebe "keinen Grund zur Besorgnis". Biden sagte weiter, es werde noch einige Zeit dauern, bis die Pandemie eingedämmt werden könne. Bis dahin sollten die Menschen weiter auf den Rat der Experten hören und Masken tragen, den nötigen Sicherheitsabstand einhalten und auch trotz der Feiertage keine unnötigen Reisen unternehmen, mahnte Biden. "Wenn Sie nicht reisen müssen, reisen Sie nicht", forderte er.

Auch die künftige First Lady, Jill Biden, wurde im Ort Newark im Bundesstaat Delaware geimpft. Die Bidens bekamen jeweils die erste von zwei für die Schutzwirkung notwendigen Spritzen mit dem Impfstoff der Unternehmen BioNTech und Pfizer. Vergangene Woche hatte sich der amtierende US-Vizepräsident Mike Pence vor laufenden Kameras impfen lassen. Auch die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, und der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, erhielten am Freitag eine Impfung.

USA | Coronavirus | Impfung Mike Pence

Auch dem Vizepräsidenten Mike Pence wurde der Impfstoff bereits vor laufender Kamera verabreicht

Lässt sich auch Trump impfen?

Der Demokrat Biden wird am 20. Januar als neuer Präsident vereidigt werden. Ob der amtierende Präsident, der Republikaner Donald Trump, auch eine öffentliche Impfung plant, ist bislang unklar. Seine Sprecherin hatte erklärt, er sei "absolut offen" dafür. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht. Trump war Anfang Oktober an der Lungenkrankheit COVID-19 erkrankt und musste deswegen im Krankenhaus behandelt werden. Die Vereinigten Staaten sind von der Corona-Pandemie massiv betroffen. Bisher starben dort rund 318.000 Menschen an dem Virus.

Der Impfstoff von BioNTech und Pfizer wird in den USA auf Basis einer Notfallzulassung seit einer Woche eingesetzt. Nach Zahlen der Wirtschaftsseite Bloomberg auf Basis von Informationen der Seuchenschutzbehörde CDC haben rund 600.000 Menschen bereits die erste Dosis der Impfung bekommen.

Erste Impfungen mit Moderna-Vakzin

Am Montag wurden in Vereinigten Staaten die ersten Bürger mit dem Impfstoff des Pharma-Unternehmens Moderna geimpft. Der Fernsehsender CNN zeigte, wie Impfdosen in einem Krankenhaus in Houston im Bundesstaat Texas verabreicht wurden. Auf Twitter posteten unter anderem Krankenhäuser in Ohio und Connecticut Fotos von Ärzten und Pflegern, die den Impfstoff bekamen.

Video ansehen 02:49

Corona-Virus in den USA außer Kontrolle (19.12.2020)

Die Vereinigten Staaten sind das weltweit erste Land, in dem der Stoff abseits von Tests regulär zum Einsatz kommt. In Europa ist die Sitzung zu einer möglichen Zulassung für den 6. Januar angesetzt. Regierungsbeamte hatten in den vorangegangenen Tagen damit gerechnet, dass mit einer ersten Lieferung knapp sechs Millionen Moderna-Impfdosen an rund 3500 Orte im Land verteilt werden könnten. Noch vor Jahresende könnten in den USA laut Unternehmensangaben 20 Millionen Einheiten verfügbar sein.

Für den vollen Immunschutz sind zwei davon je geimpfter Person im Abstand von 28 Tagen nötig. Zunächst sollen in den Vereinigten Staaten ältere Menschen und Angestellte in Krankenhäusern und Pflegeheimen geimpft werden. Der Moderna-Impfstoff hatte am Freitag eine Notzulassung bekommen. In Testreihen hatte er eine Wirksamkeit von rund 94 Prozent. Rund 30.000 Studienteilnehmer hatten keine oder nur geringe Nebenwirkungen gezeigt.

kle/ehl (dpa, afp, ape, rtre)

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