Journalist in mexikanischem Badeort ermordet | Aktuell Amerika | DW | 17.05.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Lateinamerika

Journalist in mexikanischem Badeort ermordet

Schon wieder ist in Mexiko ein Journalist zum Mordopfer geworden. Der Reporter Francisco Romero wurde in seiner Heimatstadt, dem Badeort Playa del Carmen, tot aufgefunden. Er befand sich in einem Schutzprogramm.

Wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaats Quintana Roo mitteilte, wurde die Leiche des Journalisten vor einer Gaststätte in dem Touristenort entdeckt. Francisco Romero hatte die Polizei im April über Morddrohungen informiert. Zudem hatte er kürzlich ein Video gepostet, in dem er berichtete, unbekannte Angreifer hätten ihn entführt und geschlagen. Nach Informationen lokaler Medien schlugen die Täter den Journalisten und töteten ihn dann mit einem Schuss in den Kopf. 

Romero hatte bei Facebook eine Nachrichtenseite betrieben, auf der er über Lokalpolitik und Kriminalität berichtete. Die Seite hat mehr als 17.000 Abonnenten. Romero arbeitete auch für andere Medien, darunter die Zeitung "Quintana Roo Hoy", eine der führenden Tageszeitungen in Quintana Roo.

Bis voriges Jahr war der Reporter Mitarbeiter des digitalen Wochenmagazins "Playa News". Dieses musste nach der Ermordung der Herausgeber Rubén Pat und José Dzib schließen. Romero wurde daraufhin nach Angaben von "Reporter ohne Grenzen" in ein staatliches Schutzprogramm aufgenommen, das Medienschaffenden Sicherheitsmaßnahmen wie Personenschützer, Überwachungskameras und Notknöpfe zur Verfügung stellt.

Video ansehen 02:34

Mexiko: Auf der Suche nach den Opfern des Drogenkriegs (22.04.2019)

Nachdem er selber bedroht worden war, hatte Romero den Bundesstaat Quintana Roo zwischenzeitlich verlassen, war aber zurückgekehrt, wie der Sender "Radio Formula" berichtete. Bevor Romero Journalist wurde, hatte er als Zeitungsausträger und Essenszusteller gearbeitet. Wie er 2018 in einem Interview erzählte, begann er damals, Videos über Gewalttaten aufzunehmen. Daraufhin wurde er eingeladen, für "Playa News" als Journalist zu arbeiten.

Gewaltakte auch in Touristengebieten

In der mexikanischen Touristenregion ist die Gewalt in den vergangenen zwei Jahren zunehmend eskaliert. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "proceso" wurden allein 2019 schon 80 Menschen ermordet.

Romero ist bereits der siebte Journalist, der seit Jahresbeginn in Mexiko ermordet wurde. Reporter ohne Grenzen stuft Mexiko als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten ein - neben Kriegsländern wie Afghanistan, Syrien oder Jemen. Nach Angaben der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ) sind im vergangenen Jahr in Mexiko elf Journalisten umgebracht worden. Beobachter gehen davon aus, dass die Täter in den meisten Fällen mit der organisierten Drogenkriminalität in Verbindung stehen.

kle/sti (afp, dpa, epd, rtre, ape)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema