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PolitikFrankreich

Pariser Staatsanwaltschaft bildet Epstein-Sondereinheit

15. Februar 2026

Welche Rolle könnten Franzosen im Zusammenhang mit dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gespielt haben? Die Justiz in Frankreich nimmt dazu neue Akten unter die Lupe.

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Unterlagen aus den freigegebenen Jeffrey-Epstein-Akten im Justizministerium
Drei Millionen Dokumente sind bislang zum Fall Epstein veröffentlicht worden, es gibt Verbindungen auch nach FrankreichBild: Jon Elswick/AP Photo/picture alliance

Das Team solle die Epstein-Dokumente auswerten und mögliche Straftaten von Franzosen aufdecken, erklärte die Staatsanwaltschaft. Es könnte sich dabei um potenzielle "Straftaten verschiedener Art, einschließlich solcher sexueller oder finanzieller Natur" handeln.

Der Fall Brunel

Die Pariser Staatsanwaltschaft will bei den Ermittlungen mit der nationalen Staatsanwaltschaft für Finanzvergehen (PNF) und der französischen Kriminalpolizei zusammenarbeiten. Zugleich kündigte die Ermittlungsbehörde an, den Fall des früheren Model-Agenten Jean-Luc Brunel neu aufzurollen, der vor seinem Tod von mehreren Models der Vergewaltigung beschuldigt worden war. Der Franzose war ein Geschäftspartner von Epstein. Brunel wurde 2022 tot in der Gefängniszelle aufgefunden - so wie Epstein 2019 in einem Gefängnis in New York.

Die französische Staatsanwaltschaft war bei ihren Ermittlungen unter anderem Verdächtigungen nachgegangen, dass Brunel "den Transport und die Unterkunft von jungen Mädchen oder jungen Frauen für Jeffrey Epstein organisiert" haben könnte. Die Pariser Staatsanwaltschaft prüft auch drei weitere Fälle. Dabei geht es um einen Diplomaten, einen Dirigenten und einen Modelscout.

Pam Bondi sagt aus, während Jeffrey-Epstein-Überlebende im Hintergrund stehen
Opfer des Epstein-Netzwerkes bei einer Anhörung in Washington mit US-Justizministerin Pam Bondi am 11.2.2026Bild: Tom Williams/CQ Roll Call/Newscom World/IMAGO

Seit der Veröffentlichung von drei Millionen Dokumenten aus den Epstein-Akten im Januar geraten auch in Frankreich immer mehr Politiker und Prominente unter Druck, die in den Dokumenten erwähnt sind. So hat die Finanz-Staatsanwaltschaft Vorermittlungen gegen den früheren französischen Kulturministers Jack Lang eingeleitet. Dabei geht es um mutmaßliche finanzielle Verbindungen Langs und seiner Tochter Caroline mit Epstein.

Vernetzt bis tief in die High-Society

Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte US-Investor Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Er war erstmals 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden. 2019 wurde er wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen erneut festgenommen. Im August 2019 wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach Angaben der Behörden nahm er sich das Leben.

Die Veröffentlichung von Epstein-Akten hat in zahlreichen Ländern für Schlagzeilen gesorgt. Eine Erwähnung in den Akten bedeutet allerdings noch keine Verwicklung in Epsteins Affären oder ein strafrechtlich relevantes Verhalten. Die in den Epstein-Akten erwähnten Prominenten, unter ihnen US-Präsident Donald Trump, versichern zumeist, vom Ausmaß der kriminellen Machenschaften Epsteins nichts gewusst zu haben.

haz/pgr (afp, dpa, rtr)

Epstein-Files: Kommt die Wahrheit jetzt ans Licht?