Noch mehr Epstein-Akten: "Mehr als eine Million Dokumente"
25. Dezember 2025
Die Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York und die Bundespolizei FBI hätten "über eine Million weitere Dokumente entdeckt, die möglicherweise mit dem Fall Jeffrey Epstein in Verbindung stehen", erklärte das US-Justizministerium im Onlinedienst X. Die Anwälte arbeiteten "rund um die Uhr" daran, die Dokumente zu prüfen und die gesetzlich vorgeschriebenen Schwärzungen zum Schutz der Opfer vorzunehmen.
Die Dokumente würden "so schnell wie möglich veröffentlicht". Dies könne jedoch angesichts des enormen Umfangs des Materials "noch einige Wochen dauern". Gemäß dem Epstein-Akten-Transparenz-Gesetz (Epstein Files Transparency Act, Efta) hätten alle Epstein-Akten bis zum 19. Dezember veröffentlicht werden müssen.
Frist versäumt - US-Demokraten sprechen von Gesetzesbruch
Das Gesetz war im November fast einstimmig vom Kongress verabschiedet und von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet worden. Das Justizministerium hat diese Frist jedoch nicht eingehalten. Vize-Justizminister Todd Blanche begründete die Verzögerung mit der Notwendigkeit, die Identität der Opfer Epsteins sorgfältig aus den Akten zu entfernen.
Die oppositionellen Demokraten warfen Trumps Regierung dagegen Gesetzesbruch vor. Der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, sprach von Vertuschung. Die Amerikaner verdienten eine Antwort auf die Frage, was verborgen werde und warum, so Schumer.
Jeffrey Epstein: bestens vernetzt
Um den Epstein-Fall ranken sich viele Spekulationen, weshalb sich in den vergangenen Jahren immer mehr Druck hin zu einer Veröffentlichung aufgebaut hatte. Der bis in höchste Kreise vernetzte Finanzberater und Millionär Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden, nach offiziellen Angaben beging der verurteilte Sexualstraftäter Suizid. Ihm wurde vor seinem Tod vorgeworfen, mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht zu haben.
Unter den zuletzt neu veröffentlichten Akten gehörte ein mutmaßlicher Brief Epsteins, in dem dieser Trump nachsagt, er "begrapsche" gerne "junge, attraktive Mädchen". Das US-Justizministerium nannte das Schreiben "gefälscht" und warnte vor "unwahren" Behauptungen über den Präsidenten. Trump selbst hatte seine Verwicklung in die Epstein-Affäre kürzlich erneut heruntergespielt. "Alle waren mit diesem Mann befreundet", sagte er zu Reportern.
Nicht nur Politiker waren mit Epstein in Kontakt
Bisher von der Trump-Regierung veröffentlichte Fotos aus den Epstein-Akten hatten häufig den früheren Präsidenten Bill Clinton von der Demokratischen Partei gezeigt. Auch andere als "links" geltende Prominente waren darauf zu sehen, wie etwa Regisseur Woody Allen, Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger oder Microsoft-Gründer Bill Gates. Ein strafbares Verhalten ist in keinem der Fälle zu erkennen.
haz/gri (afp, dpa, rtr)