Jüdische Friedhöfe und Mahnmal geschändet | Aktuell Europa | DW | 20.10.2020
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Griechenland

Jüdische Friedhöfe und Mahnmal geschändet

Die ermordeten Opfer des Holocaust können sich nicht mehr gegen antisemitische Schmähungen wehren. Auch nach dem juristischen Vorgehen gegen die "Goldene Morgenröte" wird klar: Griechenland hat hier ein Problem.

Griechenland Thessaloniki | Holocaust-Denkmal

Ein Mann im Gebet vor dem Holocaust-Mahnmal in Thessaloniki (Archivbild)

Wenige Tage nach dem richtungweisenden Urteil gegen die Führungsspitze der griechischen Neonazi-Partei "Goldene Morgenröte" sind in Griechenland mehrere jüdische Friedhöfe sowie ein Holocaust-Denkmal geschändet worden. Auf das Denkmal, das in Thessaloniki steht und den 50.000 getöteten Juden der Stadt gewidmet ist, wurden die diffamierenden Worte "Mit Juden verliert man" gesprüht, wie der Zentralrat der jüdischen Gemeinden in Griechenland (Kis) erklärte.

Gräber zerstört

Laut Kis wurden außerdem auf dem jüdischen Friedhof von Thessaloniki die Worte "Tod für Israel" entdeckt. Darüber hinaus seien vier Gräber zerstört worden, die sich auf dem jüdischen Friedhof auf der Insel Rhodos befinden. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete über die Vorgänge. 

"Ein inakzeptabler Akt"

Der Zentralrat verurteilte die Schändungen durch "Anhänger von Engstirnigkeit und Fanatismus". Das griechische Außenministerium erklärte, die Schändung des Denkmals in Thessaloniki sei "ein inakzeptabler Akt, der das Andenken unserer Mitbürger und aller Opfer des Nationalsozialismus beschädigt".

Griechenland Prozess Goldene Morgenröte

Der Prozess gegen die Führungsmitglieder der "Goldenen Morgenröte"

Die Vorfälle erfolgten nur wenige Tagen nachdem in Griechenland der langjährige Vorsitzende der Partei "Goldene Morgenröte", Nikos Michaloliakos, zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Das Gericht in Athen verhängte zudem lange Haftstrafen gegen weitere Parteimitglieder: Mehr als 50 Angeklagte wurden wegen Verbrechen verurteilt, die von der Führung einer kriminellen Organisation über Mord und Körperverletzung bis hin zu illegalem Waffenbesitz reichten. Der Prozess galt als einer der wichtigsten in der politischen Geschichte Griechenlands. Die Verurteilung der Parteispitze wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung wurde als wegweisend eingeschätzt.

ml/rb (AFP)

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