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KonflikteIsrael

Israel setzt Angriffe auf Iran und Libanon fort

4. März 2026

Die israelische Armee nimmt den fünften Tag in Folge Ziele in Teheran unter Beschuss. Auch Schläge gegen die Hisbollah im Libanon dauern an.

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Libanon Beirut 2026 -Trümmer nach israelischem Luftangriff im Stadtviertel Maamoura
Trümmer nach einem israelischem Luftangriff im Stadtviertel Maamoura in BeirutBild: AFP/Getty Images

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle im Iran gestartet. Es handele sich um Angriffe auf Ziele der iranischen Führung in Teheran, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Nach israelischen Angaben war es die bisher zehnte Angriffswelle seit Kriegsbeginn am Samstag. 

Auch Raketenangriffe auf Israel

Die israelische Armee teilte zudem mit, ein israelischer Kampfjet des Typs F-35 (Adir) habe ein iranisches Trainingsflugzeug des Typs Jak-130 im Himmel über Teheran abgeschossen. Dies sei der erste Vorfall dieser Art. 

Auch in Israel dauerten derweil iranische Raketenangriffe an. In der Nacht und am Morgen heulten im Großraum Tel Aviv erneut die Warnsirenen. Vor wenigen Stunden sei eine 17. Welle mit mehr als 40 Raketen auf israelisch-amerikanische Ziele gefeuert worden, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk veröffentlichten Erklärung der Revolutionsgarden.

Auch aus dem Libanon flogen in der Nacht erneut Raketen auf den Norden des jüdischen Staates. Die meisten Geschosse seien abgefangen worden, teilte die Armee mit. Nach Angaben von Rettungskräften gab es zunächst keine Verletzten bei den neuen Angriffen auf Israel. Am Vortag waren nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom 45 Menschen bei Raketenangriffen verletzt worden.

Libanons Armee nimmt Hisbollah-Mitglieder fest

Gleichzeitig hätten die israelischen Streitkräfte ihre Angriffe auf Kommandeure der Hisbollah im Libanon ausgeweitet, meldeten israelische Medien.

Seitdem die pro-iranische Hisbollah-Miliz in der Nacht zu Montag in den Konflikt eingetreten war, griff die israelische Armee nach eigenen Angaben mehr als 250 Ziele im Libanon an, darunter 100 allein am Dienstag. Ziele seien Raketenwerfer, Waffendepots, Hauptquartiere der Hisbollah und anderer Terrorgruppen sowie deren Kommandeure gewesen. Die Hisbollah wird von vielen westlichen und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.

Libanon Aramoun 2026 - Rettungskräfte am Ort eines israelischen Luftangriffs
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehr als 250 Ziele im Libanon angegriffen, hier wurde die Stadt Aramoun getroffenBild: Fadel Itani/AFP

In einem beispiellosen Schritt hat die Armee im Libanon mit Kontrollen und Festnahmen mutmaßlicher Hisbollah-Mitglieder begonnen. 13 Mitglieder der schiitischen Organisation seien am Dienstag festgenommen worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Justizkreisen. Die Armee habe sie an einem neu eingerichteten Straßen-Kontrollpunkt mit Waffen im Auto gestoppt. Die Armee kontrolliert Autos, die aus dem Süden in Richtung der Hauptstadt Beirut fahren. 

Die Regierung im Libanon steht auch unter Druck

Die libanesische Regierung hatte militärische Aktivitäten der vom Iran unterstützten Miliz am Montag für illegal erklärt. Damit verändert sich der Status der Gruppe von einer Widerstandsbewegung, die über Jahrzehnte im Land teils geduldet wurde, zu einer verbotenen Organisation. Die Regierung im Libanon steht auch unter Druck, eine beschlossene Entwaffnung der Hisbollah durchzusetzen, die als wichtigster nicht staatlicher Verbündeter Teherans gilt - und derzeit selbst im Krieg ist.

Aus Armeekreisen hieß es, weitere Festnahmen an Kontrollpunkten seien geplant. Es dürfte für die Armee aber schwer sein, die militärischen Aktivitäten der Hisbollah ganz zu verbieten, ohne einen eigenen Krieg mit der immer noch mächtigen Miliz zu riskieren.

USA melden Tausende Angriffe auf Ziele im Iran

Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in den vier Tagen seit Beginn des Iran-Kriegs fast 2000 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Innerhalb von weniger als 100 Stunden seien auch 17 iranische Kriegsschiffe zerstört worden, sagte der Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (CENTCOM), Admiral Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. Unter den angegriffenen Zielen sei auch ein U-Boot gewesen. Es gehe darum, die gesamte iranische Marine-Flotte zu versenken, bekräftigte er.

Straße von Hormus: Blockade lässt Ölpreise steigen

Seit Jahrzehnten schikaniere der Iran die internationale Schifffahrt, sagte Cooper. Nun gebe es im Persischen Golf, in der Straße von Hormus und im Golf von Oman kein einziges iranisches Schiff mehr. Zudem seien iranische Luftabwehrsysteme beschädigt sowie Hunderte Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen, Drohnen und auch Kommandozentren angegriffen worden. Die US-Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Riesige Streitmacht

In der Region seien nun mehr als 50.000 Soldaten, 200 Kampfflugzeuge, zwei Flugzeugträger und mehrere Bomber aus den USA im Einsatz, sagte Cooper. Weitere Einheiten seien auf dem Weg. "Diese Kräfte haben eine massive Schlagkraft und stellen das größte Militäraufgebot der USA im Nahen Osten seit einer Generation dar", sagte der Admiral. Zuletzt hatten die USA vor mehr als 20 Jahren für den Irak-Krieg eine riesige Streitmacht im Nahen Osten zusammengezogen.

pg/pgr/jj (dpa, afp, rtr, kna)

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