Israel: Irans Spitzenfunktionär Laridschani getötet
Veröffentlicht 17. März 2026Zuletzt aktualisiert 17. März 2026
Im Krieg gegen den Iran hat Israel nach eigenen Angaben den einflussreichen Funktionär Ali Laridschani getötet. Wie die israelische Regierung mitteilte, wurde der 67-jährige Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats bei einem gezielten nächtlichen Angriff "eliminiert". Ebenso durch einen "Präzisionsangriff in Teheran" getötet worden sei der Chef der paramilitärischen Basidsch-Einheiten, Gholamresa Soleimani. Eine Bestätigung von iranischer Seite gibt es bisher nicht.
Laridschani und Soleimani hätten sich mit dem zu Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar getöteten Obersten Führer der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, "in den Tiefen der Hölle vereint", erklärte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz in einer Videobotschaft.
Israel will Islamische Revolution "zerschlagen"
Katz fügte hinzu, er und Regierungschef Benjamin Netanjahu hätten "angeordnet, die Anführer des Terror- und Unterdrückungsregimes im Iran unerbittlich zu verfolgen". Die israelische Armee setze ihr Vorgehen im Iran "mit großer Intensität fort, indem sie die Ressourcen des Regimes ins Visier nimmt, dessen Raketenabschussfähigkeiten neutralisiert und strategisch wichtige Infrastruktureinrichtungen zerstört". Die Islamische Revolution werde "gerade zerschlagen und ihre Führer sowie ihre Kapazitäten werden gerade neutralisiert", so Israels Verteidigungsminister.
Laridschani war in jüngster Zeit zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen. Auf den Posten als Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats wurde er im August 2025 berufen. Zuvor hatte er als Berater von Ali Chamenei gearbeitet. Laridschani hegte auch Ambitionen auf das Präsidentenamt. Für die Wahl 2024 wurde er jedoch vom mächtigen Wächterrat, einem Kontrollgremium, nicht zugelassen. In den vergangenen Jahren vertrat Laridschani wiederholt moderatere Positionen.
Irans Sicherheitsrat befasst sich auch mit Fragen der Landesverteidigung und dem Schutz der Islamischen Revolution. Der Rat kann - ohne das Parlament einzubeziehen - Entscheidungen treffen, die nach Zustimmung des Obersten Führers endgültig sind.
In einer Stellungnahme zur Tötung Soleimanis erklärte Israels Armee, die unter der Verantwortung der Revolutionsgarden stehende Basidsch-Miliz habe "die wichtigsten Unterdrückungsmaßnahmen" bei den rund um den Jahreswechsel niedergeschlagenen Massenprotesten gegen Irans Führung zu verantworten. Dabei waren laut Menschenrechtsaktivisten Tausende Menschen getötet und Zehntausende festgenommen worden.
Noch kein Frieden in Sicht
Der neue Oberste Führer des Irans, Modschtaba Chamenei, schloss derweil einen Waffenstillstand im Krieg mit Israel und den USA kategorisch aus. Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter sagte, Chamenei habe bei einer Sitzung Vorschläge zur Deeskalation zurückgewiesen, die von zwei Vermittlerstaaten überbracht worden seien. Es sei nicht der richtige Zeitpunkt für Frieden, bis die USA und Israel "in die Knie gezwungen sind, ihre Niederlage akzeptieren und Entschädigung zahlen", wurde Modschtaba Chamenei zitiert.
wa/se (dpa, afp, rtr)