Iran lehnt US-Hilfe gegen Corona ab | Aktuell Asien | DW | 22.03.2020
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Corona-Krise im Iran

Iran lehnt US-Hilfe gegen Corona ab

Irans geistliches Oberhaupt Chamenei hat ein Hilfsangebot von US-Präsident Trump in der Coronavirus-Krise brüsk zurückgewiesen. Die USA sei imstande, ein Medikament zu liefern, das das Virus am Leben halten könnte.

Iran Teheran Rede Khamenei (picture-alliance/AP/Office of Iranian Supreme Leader)

Irans geistliches Oberhaupt, Ayatollah Ali Chamenei, während seiner Rede an die Nation

Der Iran werde von den "Scharlatanen" in den USA keine Hilfe annehmen, sagte Irans geistliches Oberhaupt, Ayatollah Ali Chamenei in einer Fernsehansprache. "Niemand vertraut euch," sagte der Ayatollah an die US-Regierung gewandt.

Verhärtete Fronten

US-Präsident Donald Trump hatte vor gut drei Wochen erklärt, er sei bereit, dem Iran im Kampf gegen die Epidemie zu helfen, wenn das Land darum bitte. Vor Chamenei hatte bereits Irans Präsident Hassan Ruhani das Hilfsangebot abgelehnt. Chamenei sagte, die USA seien weiterhin der "grausamste und bösartigste Feind" des Iran. Er bezeichnete die US-Regierung als unverschämte und skrupellose "Lügner, Manipulatoren" und "Terroristen". Das Angebot, dem Iran mit Medikamenten und medizinischer Ausrüstung zu helfen, bezeichnete Chamenei mit Blick auf den "schrecklichen Mangel" an diesen Dingen in den USA zudem als "merkwürdig".

Die USA hatten im Mai 2018 das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und wieder Sanktionen gegen Teheran verhängt. Humanitäre Hilfsgüter wie Medikamente und medizinische Ausrüstung sind von diesen Sanktionen ausgenommen. Jedoch kann der Iran praktisch keine medizinischen Güter auf dem internationalen Markt kaufen, weil die Banken aus Furcht vor den US-Sanktionen keine Geschäfte mit Teheran absichern wollen.

Iran Corona-Pandemie | temporäres Krankenhaus in Teheran (picture-alliance/AA/F. Bahrami )

Wegen der vielen Corona-Infizierten werden wie hier in Teheren Turnhallen mit Krankenbetten ausgestattet

 Zahl der Corona-Infizierten im Iran nimmt rasant zu

Wegen der Corona-Krise wurde inzwischen in Teheran außer Apotheken und größeren Supermärkten alle Geschäfte geschlossen. Polizeikontrollen sollen dafür sorgen, dass die Geschäfte auch zu bleiben, hieß es. Damit will die Verwaltung erreichen, dass die mehr als zehn Millionen Teheraner zuhause bleiben. Augenzeugen berichteten aber, dass vereinzelt immer noch kleinere Supermärkte sowie einige andere Geschäfte im Norden Teherans noch geöffnet wären.

Der Iran gehört neben Italien und China zu den am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Ländern weltweit. Das Land hatte an diesem Sonntag 129 weitere Todesopfer vermeldet. Die Zahl der Toten in dem Land stieg damit auf 1685, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Teheran mitteilte. Die Zahl der bestätigten Infektionen sei innerhalb von 24 Stunden um 1028 auf 21.638 gestiegen.

Die iranische Regierung befürchtet, dass sich die Lage weiter verschlechtern könnte, wenn die Iraner während der zweiwöchigen persischen Neujahrsferien nicht zu Hause bleiben. Die Ferien gehen am 2. April zu Ende.

hf/as (rtr, afp, dpa)

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