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KonflikteNahost

USA-Iran-Krieg: Gespräche trotz Eskalation

10. Juli 2026

Die erneuten gegenseitigen Angriffe zwischen USA und Iran haben den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder zum Erliegen gebracht. Die US-Regierung will dennoch mit der Führung in Teheran weiterverhandeln.

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Iran Tschahbahar 2026 | Rauch über nächtlichen Hafenanlagen (09.07.2026)
Iranische Hafenanlage in Tschahbahar nach US-Angriff (am Donnerstag)Bild: REUTERS

Bomben und Diplomatie: Trotz der jüngsten militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran im Streit um die Straße von Hormus wird parallel an Möglichkeiten für ein Ende der Feindseligkeiten gearbeitet. "Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter", sagte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Katar, Pakistan und andere regionale Vermittler bemühen sich nach Informationen des US-Nachrichtenportals "Axios" darum, die Spannungen abzubauen und die Verhandlungen über ein Atomabkommen wiederzubeleben.

In den vergangenen Tagen hatte das US-Militär mehrere Angriffswellen gegen Ziele im Iran geflogen. Begründet wurde dies mit Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, für die die USA das Regime in Teheran verantwortlich machen. Der Iran reagierte mit eigenen Angriffen. Dabei gerieten auch Kuwait, Bahrain und Jordanien wieder unter Beschuss - Länder, die wichtige US-Militärbasen beherbergen.

Oman Musandam 2026 | Schiffe in der Straße von Hormus (09.07.2026)
Straße von Hormus vor Musandam (am Donnerstag)Bild: REUTERS

Das Verhalten der iranischen Führung stelle einen Verstoß "inakzeptablen Ausmaßes" gegen das im Juni vereinbarte Rahmenabkommen dar, sagte der US-Beamte der dpa. Das Abkommen sollte eine 60-tägige Verhandlungsphase ermöglichen und den Weg zu einer dauerhaften Beilegung des Konflikts ebnen.

Neue Eskalation überschattet Staatsbegräbnis

Die jüngste Eskalation überschattete das Staatsbegräbnis für das frühere iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Mehr als vier Monate nach seiner Tötung wurde er in seiner Heimatstadt Maschhad bestattet. Tausende drängten sich bei dem Trauerzug am Donnerstag in den Straßen der Millionenmetropole im Nordosten des Landes. Am 28. Februar, am ersten Tag des Krieges, war der jahrzehntelang mit harter Hand regierende Machthaber durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden.

Iran Maschhad 2026 | Eine große Menge von Menschen trägt einen in eine iranische Flagge gehüllten Sarg in einem von Kronleuchtern erhellten Saal (09.07.2026)
Trauernde mit dem Sarg von Ajatollah Chamenei in Maschhad (am Donnerstag)Bild: Iranian Supreme Leader's Office/UPI Photo/Newscom/picture alliance

Ali Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba Chamenei trat bei der Beisetzung nicht öffentlich in Erscheinung. Er war Anfang März zum neuen obersten Führer ernannt worden, wurde jedoch seit Beginn des Krieges nicht mehr gesehen.

Insidern zufolge erlitt ⁠der 56-Jährige bei dem Angriff, der seinen Vater tötete, schwere Verletzungen. Sein Gesicht sei entstellt und er habe Verletzungen an einem oder beiden Beinen, verlautete es aus seinem engen Umfeld.

Wer hat Interesse an einer erneuten Eskalation?

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuletzt mit noch heftigeren Angriffen gedroht, sollten Truppen der Islamischen Republik weiter auf Schiffe in der Straße von Hormus feuern. Am Rande des Gipfeltreffens der NATO in der Türkei hatte er die Waffenruhe offen infrage gestellt und Zweifel an einer Fortsetzung der Verhandlungen geäußert. "Ich denke, es ist vorbei", sagte Trump am Mittwoch in der türkischen Hauptstadt Ankara.

Was führte zu der erneuten Eskalation? "Axios" nennt bestimmte Gruppen im Mullahregime als möglichen Grund. Das Portal zitiert eine Quelle, wonach die Vermittler davon ausgingen, dass die jüngsten iranischen Angriffe in der Straße von Hormus von Kräften innerhalb der iranischen Führung initiiert wurden, die das Rahmenabkommen ablehnten und untergraben wollten. Die Attacken brachten den Schiffsverkehr in der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge wieder fast vollständig zum Erliegen.

Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus ist ein zentrales Element des Rahmenabkommens. Irans Militärführung besteht darauf, laut dem Abkommen allein verantwortlich für die Verwaltung der Meerenge zu sein.

Trump informiert Netanjahu

Angefangen hatte der Krieg Ende Februar mit gemeinsamen Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran. Begründet wurde der Militäreinsatz damit, dass das Regime in Teheran angeblich kurz davor sei, eine eigene Atombombe zu bauen.

Nun haben US-Präsident Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erneut über den Fortgang des Krieges beraten. Bei einem Telefongespräch habe Trump "über das Vorgehen der USA in der Golfregion" informiert, teilte Netanjahus Büro am Donnerstagabend mit. Ein US-Vertreter bestätigte das Telefonat, nannte jedoch keine weiteren Einzelheiten.

Ähnlich wie zuvor Donald Trump drohte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz am Donnerstag mit neuen Angriffen auf den Iran. Diese könnten mit "noch größerer Härte" als zuvor erfolgen, sagte er bei einer Militärzeremonie.

AR/pgr (dpa, afp, rtr, ap)

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