Iran dementiert Beteiligung an Angriffen auf Israel | Aktuell Nahost | DW | 11.05.2018
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Nahost-Konflikt

Iran dementiert Beteiligung an Angriffen auf Israel

Teheran bestreitet, an Raketenangriffen auf israelische Armeeposten auf den Golanhöhen beteiligt gewesen zu sein. Unterdessen warnt die UN vor einem "neuen Flächenbrand" in Nahost.

Syrien - Israel | Iran greift Golanhöhen an (picture-alliance/Xinhua News Agency)

Israelische Panzer auf den Golanhöhen

Nach Darstellung des iranischen Außenministeriums handelt es sich bei den Vorwürfen um "frei erfundene und grundlose" Unterstellungen Israels, um Angriffe auf syrische Ziele zu rechtfertigen.

Außenamtssprecher Bahram Ghassemi kritisierte die Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die Raketenangriffe gegen Israel: "Mit solchen Reaktionen wird dem zionistischen Regime nur grünes Licht für weitere Aggressionen gegeben, die die Region nur unsicherer machen," so Ghassemi.

Bereits am Donnerstag hatte sich der Sicherheitsausschuss des iranischen Parlaments in der Sache geäußert. "Das ist eine weitere Lüge des zionistischen Regimes für Propagandazwecke", behauptete Ausschusssprecher Mohammed Nobandegani. In Syrien gebe es keine iranischen Militärstützpunkte, das Land habe dort lediglich militärische Berater stationiert.

Vereinte Nationen fordern Ende der Feindseligkeiten

Derweil hat UN-Generalsekretär António Guterres vor einem "neuen Flächenbrand" im Nahen Osten gewarnt und die Konfliktparteien zu einem "sofortigen Ende aller Feindseligkeiten" aufgerufen. Guterres habe die Berichte über die Angriffe auf den Golanhöhen und in Syrien mit größter Besorgnis verfolgt, sagte ein Sprecher.

Die anschließende Normalisierung der Lage wiederum habe der UN-Chef "mit Erleichterung" aufgenommen. Der UN-Sicherheitsrat müsse die Lage wachsam verfolgen. Eine Dringlichkeitssitzung wurde bislang nicht einberufen.

USA UN-Sicherheitsrat - Syrienkonflikt - Guterres (Reuters/E. Munoz)

UN-Generalsekretär António Guterres bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats Mitte April

Israels UN-Botschafter Danny Danon rief Guterres und den Sicherheitsrat zu einer Verurteilung der iranischen Raketenangriffe auf. Zudem müsse der Sicherheitsrat den Iran auffordern, sich militärisch aus Syrien zurückzuziehen.

Israel zufolge hatten iranische Einheiten in der Nacht zum Donnerstag israelische Stellungen auf den Golanhöhen mit Raketen beschossen. Israelische Kampfflugzeuge griffen daraufhin Stützpunkte iranischer Verbände in Syrien an.

Netanjahu verweist auf "rote Linie"

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, Teheran habe eine "roten Linie" überschritten. "Unsere Reaktion war die Konsequenz", erklärte Netanjahu in einem auf Twitter veröffentlichten Video. "Unsere Politik ist klar. Wir werden dem Iran nicht erlauben, sich militärisch in Syrien zu etablieren."

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte, die Armee habe in Syrien "nahezu die gesamte iranische Infrastruktur" beschossen. Er hoffe, dass die "Episode" nun vorbei sei und "jeder verstanden" habe. Israel wünsche keine Eskalation. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, im Nahen Osten gehe es derzeit "wahrlich um Krieg und Frieden". Bei einem Telefonat mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani verurteilte Merkel die "iranischen Angriffe auf israelische Militärstellungen auf den Golanhöhen". Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, die Kanzlerin habe Teheran aufgefordert, "zur Deeskalation in der Region beizutragen". In einer gemeinsamen Erklärung mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief Merkel "zu Besonnenheit und Deeskalation" auf. 

hk/stu (dpa, afp, rtr)

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