Israel bereitet sich auf Angriff vor | Aktuell Nahost | DW | 08.05.2018
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Nahost

Israel bereitet sich auf Angriff vor

Aus Sorge vor einem iranischen Angriff von Syrien aus hat Israels Armee Ortschaften auf den Golanhöhen angewiesen, die Luftschutzbunker zu öffnen. Syrische Medien berichten unterdessen von israelischem Raketenbeschuss.

Israel Grenze Golan Höhen (Getty Images/AFP/M. Kahana)

Die Golan-Höhen: Streng bewachte Grenze zu Syrien

Die Armee teilte mit, man habe "ungewöhnliche Aktivitäten iranischer Streitkräfte in Syrien" identifiziert. Israels Bürger sollten darauf vorbereitet sein, notfalls Anweisungen der Armee Folge zu leisten, hieß es in der Mitteilung. Generalstabschef Gadi Eisenkott sagte einen Auftritt auf einer Sicherheitskonferenz ab und beriet sich stattdessen mit führenden Militärs, Geheimdienstlern und Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, wie aus Verteidigungskreisen verlautete.

Das Militär habe auch Raketenabwehrsysteme in Position gebracht. Israelische Truppen seien für den Fall eines bevorstehenden Angriffs in erhöhter Alarmbereitschaft. "Die israelische Armee ist auf verschiedene Szenarien vorbereitet und warnt, dass jede Aggression gegen Israel eine schwerwiegende Reaktion auslösen wird", hieß es. Israel hatte die Golanhöhen 1967 erobert und später annektiert.

Wie so oft, wenn sich Israel wappnet, werden ehemalige Soldaten in Alarmbereitschaft versetzt. Die Mobilmachung von Reservisten geschehe in spezifischen Fällen, wo es nötig sei, sagte eine Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Einzelheiten nannte sie nicht.

Wie Trumps kleiner Bruder

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat in einer Rhetorik, die an den US-Präsidenten erinnert, dem Iran vorgeworfen, "gefährliche" Waffen in Syrien stationieren zu wollen, um uns zu zerstören." Das sagte Netanjahu in Nikosia nach einem Gipfeltreffen mit dem zyprischen Präsidenten Nicos Anastasiades und dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras.

Zypern Nikosia Benjamin Netanjahu, Nicos Anastasiades und Alexis Tsipras (Reuters/Y. Kourtoglou)

Israels Premier Benjamin Netanjahu, Zyperns Präsident Nicos Anastasiades und Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras

Der Iran strebe an, "Marinestützpunkte aufzubauen" sowie U-Boote im Mittelmeer zu stationieren, fügte Netanjahu hinzu. "Das ist eine konkrete Bedrohung für jeden von uns." Israel hat dem Iran wiederholt vorgeworfen, seine militärische Präsenz in Syrien verstärken zu wollen.

Vergangene Woche hatte Netanjahu Teheran zudem beschuldigt, ein geheimes Atomwaffenprogramm zu verfolgen und damit gegen das internationale Atomabkommen zu verstoßen. Damit gab er der Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Vereinbarung Nahrung.

Explosionen in Syrien

Nach Informationen der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana soll Israel Ziele in Syrien mit Raketen beschossen haben. Die Luftabwehr Syriens habe südlich der Hauptstadt Damaskus zwei Raketen abgeschossen, heißt es. Bilder zeigten in der Region Al-Kiswah Feuer. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hingegen erklärte, dass neun Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden bei dem Beschuss ums Leben gekommen seien.

Die israelische Armee hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Ziele in Syrien angegriffen. Beobachter gehen davon aus, dass sich die Angriffe gegen die Hisbollah richten. Diese wird vom ebenfalls schiitischen Iran unterstützt und kämpft im syrischen Bürgerkrieg an der Seite der Regierungstruppen. Israel will verhindern, dass sich die Hisbollah in Syrien weiter aufrüstet.

cgn/mak (afp, afpe, dpa, rtr)