Iran bestätigt Test von Mittelstreckenrakete | Aktuell Welt | DW | 11.12.2018
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Atomdeal

Iran bestätigt Test von Mittelstreckenrakete

Der Iran hat nach eigenen Angaben kürzlich eine Rakete getestet - und sieht darin keinen Verstoß gegen das Atomabkommen von 2015. Anderer Meinung sind die USA, die den Test bereits Anfang Dezember bekannt gemacht hatten.

Iran Mittelstreckenrakete Sedschil 2 (picture-alliance/EPA/STR)

Test einer iranischen Mittelstreckenrakete (Archivbild)

Der Iran hat bestätigt, kürzlich eine neue ballistische Rakete getestet zu haben. "Wir setzen unsere Raketentests fort und der Jüngste war ein bedeutender Test", sagte der Luftwaffenkommandeur der Revolutionsgarden, Amirali Hadschisadeh, laut der Nachrichtenagentur Fars. Demnach gibt es jährlich 40 bis 50 Raketentests im Iran. Ein Datum des Tests nannte Fars nicht und machte auch keine Angaben zum Typ der Rakete.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte den Raketentest bereits am 1. Dezember bekannt gemacht. Der Iran hatte dies zunächst nicht bestätigt. Die USA, die im Mai dieses Jahres einseitig aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen sind, sehen darin einen Verstoß gegen die sogenannte Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrates. Auch andere westliche Staaten kritisierten den Test scharf und bezeichneten ihn bei einer Sicherheitsratssitzung am 4. Dezember als "unvereinbar" mit der Resolution. Russland dagegen verteidigte Irans Recht auf den Test von Raketen, weshalb die Sitzung ohne gemeinsame Erklärung endete.

"Legitimes Recht zur Verteidigung"

Auch Teheran selbst sprach nun erneut von einem "legitimen Recht zur Verteidigung" seines Landes. Man verstoße mit derartigen Tests nicht gegen das internationale Atomabkommen, da die iranischen Raketen so konstruiert seien, dass sie keine nuklearen Sprengköpfe tragen könnten. 

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Tatsächlich hatte der Iran 2015 zwar einer Beschränkung seines Atomprogramms zugestimmt, doch an seinem Raketenprogramm festgehalten. Die UN-Resolution 2231, mit der das Atomabkommen vom UN-Sicherheitsrat angenommen wurde, fordert Teheran zwar auf, auf den Test von Raketen zu verzichten, die mit Atomwaffen bestückt werden können, verbietet Tests aber nicht explizit.

Medien: Iran hat Raketentests ausgeweitet

Dem iranischen Außenministerium zufolge dienen die Raketen lediglich der Verteidigung der nationalen Grenzen und stellen keine Bedrohung für andere Staaten in der Region dar. Einem Zeitungsbericht zufolge hat die Islamische Republik ihre Raketentests in diesem Jahr allerdings ausgeweitet und unter anderem auch Flugkörper benutzt, die das Gebiet der Europäischen Union erreichen könnten. 

ie/hk (dpa, rtr, afp)

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