Indonesien: Zahlreiche Tote bei Überschwemmungen
Überspülte Straßen, Erdrutsche und zerstörte Häuser: Sintflutartige Regenfälle haben auf Bali und Flores schwere Überschwemmungen verursacht. Mindestens 19 Menschen kamen ums Leben, Entwarnung ist noch nicht in Sicht.

Urlaubsparadies unter Wasser
Mehr Fluss als Straße: Lagian auf Bali steht unter Wasser. Die beliebte Urlaubsinsel wurde seit Dienstagabend von ungewöhnlich starken Regenfällen heimgesucht. Auch die weiter östlich gelegene Insel Flores ist betroffen. Am Donnerstag stieg die offizielle Zahl der Todesopfer auf 19, fünf weitere Personen werden noch vermisst.
Rettung per Boot
Besonders schwer traf das Unwetter Balis Hauptstadt Denpasar, wo diese Menschen gerade mit Booten in Sicherheit gebracht werden. Mehr als 560 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Gemeindezentren und Schulen untergebracht. Allein auf Bali starben mindestens 14 Menschen in den Fluten.
Verzweifelte Suche
Mit kleinen, wendigen Booten sind Rettungskräfte in den Hochwassergebieten unterwegs, um nach Opfern zu suchen. Auf der Insel Flores kommen dabei neben Booten auch Bagger und eine Wärmebilddrohne zum Einsatz. Dort werden noch drei Personen vermisst, darunter zwei Kleinkinder.
Katastrophe statt Entspannung
Westliche Touristen waten durchs Hochwasser in Legian. Auch in mehreren Touristenzentren wie Canggu und Ubud hätten sich Straßen in Flüsse verwandelt, schrieb die Zeitung Bali Sun. Touristinnen und Touristen sind aufgefordert, sich nicht unnötig in Gefahr zu begeben. Ob sich Ausländer unter den Todesopfern befinden, ist noch unklar.
Schwere Schäden
Die Fluten haben ganze Straßenzüge verwüstet: An mehreren Orten wurden Häuser von Erdrutschen weggerissen, auch Straßen und Brücken sind betroffen. Die Schäden sind lokalen Medien zufolge gewaltig. Vielerorts herrscht ein Verkehrschaos. 18 Dörfer seien auf Flores von der Außenwelt abgeschnitten, sagte ein Behördensprecher.
Trübe Aussichten
Während sich die Lage auf Flores seit Mittwoch entspannt, sind auf Bali noch zahlreiche Straßen und Gebäude überflutet. Anwohnende müssen wie hier in Denpasar durch knietiefes Wasser waten. An diesem Donnerstag besserte sich das Wetter zwar; die indonesische Wetterbehörde warnt jedoch, dass am Wochenende weitere Regenfälle auf Bali erwartet würden.
Immer extremer
Grundsätzlich sind die Menschen in dem südostasiatischen Land an Überschwemmungen gewöhnt: In der Regenzeit zwischen November und April kommt es in Indonesien immer wieder zu Starkregen. Allerdings verstärkt der menschengemachte Klimawandel die Häufigkeit und Intensität solcher Extremwetter-Ereignisse. Schon im Januar kamen bei Überschwemmungen auf Java mindestens 25 Menschen ums Leben.