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Nach Lockdown: Taj Mahal in Indien öffnet wieder

Matthias Beckonert
16. Juni 2021

Der Taj Mahal ist eines von sieben inoffiziellen Weltwundern und Indiens beliebteste Touristenattraktion. Nun öffnet es nach mehreren Lockdown-Monaten wieder.

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Die Sonne geht hinter dem Taj Mahal in Indie auf
Bild: Sajjad Hussain/AFP/Getty Images

Es ist eine Wiedereröffnung mit symbolischem Wert: Nachdem Ende März die zweite Welle der Corona-Pandemie Indien besonders hart getroffen, hatte und die indische Regierung mit Einschränkungen des öffentlichen Lebens reagierte, soll der Taj Mahal ab Mittwoch wieder zugänglich sein. Das teilte die zuständige Abteilung des Kulturministeriums am Montag mit.

Dass der Taj Mahal nach dem zweimonatigen Lockdown jetzt gemeinsam mit weiteren Sehenswürdigkeiten und Museen in staatlicher Hand wieder öffnen darf, könnte sich auch positiv auf die Wirtschaft auswirken: Der Taj Mahal ist die größte Touristen-Attraktion Indiens und lockt normalerweise bis zu acht Millionen Touristen jährlich in die Region um Agra, wo das monumentale Mausoleum aus dem 17. Jahrhundert steht. Schon im ersten Jahr der Pandemie hatten die Kulturstätten in Indien monatelang nicht öffnen konnten.

Weltwunder im Lockdown

Weltweit hatte die Pandemie dafür gesorgt, dass Geschäfte, Schulen oder Kultureinrichtungen geschlossen bleiben mussten. Es birgt aber eine gewisse Ironie in sich, dass auch die sieben sogenannten "neuen Weltwunder" von diesen Schließungen betroffen waren. Der Titel des neuen Weltwunders ist zwar nur inoffiziell, sorgte seit seiner Wahl im Jahr 2007 aber für einen massiven Beliebtheitsschub für die ausgewählten Monumente. Dementsprechend zeigten sich hier die Auswirkungen der Pandemie.

Die Pyramide in Chichen Itza in Mexiko im dunstigen Licht.
Pyramide in Chichen ItzaBild: picture-alliance/M. Mara

Ein Beispiel dafür ist etwa Chichén Itzá. Schon zu normalen Zeiten zieht die ehemalige Maya-Stadt im mexikanischen Bundesstaat Yucatán über eine Millionen Besucher jährlich an. Besonders beliebt ist aber die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche, an der die Sonne so auf die Stufenpyramide von Kukulcán in Chichén Itzá fällt, dass der Schatten wie eine Schlange auf der Treppe aussieht. Normalerweise kommen Touristen aus der ganzen Welt für dieses Event nach Chichén Itzá. Jetzt schloss die Regionalregierung die Kultstätte für die drei Tage um das Naturereignis gänzlich.

Gravierende Auswirkungen auf das Leben hat die Pandemie in Jordanien. An der dort in den rotfarbenen Sandstein gemeißelte Felsenstadt Petra zeigt sich das Ausbleiben des Tourismus nicht nur an den fehlenden Tourismusführern und Händlern, sondern auch an den Straßenkatzen und -hunden. Die dominieren jetzt das Erscheinungsbild rund um das Weltwunder, sind aber leider auch gezeichnet von der Pandemiesituation - normalerweise werden sie von den mitleidigen Touristen gefüttert.

Wadi Musa: Die Felsenstadt Petra in Jordanien
Wadi Musa: Die Felsenstadt Petra ist eins der sieben Weltwunder (2019)Bild: Damian Gollnisch/dpa-Zentralbild/ZB/picture-alliance

Hoffnung und Glück auch in der Pandemie

Besser erging es da dem Japaner Jesse Katayama. Es war ein Lebenstraum des 26-jährigen Boxlehrers, einmal die Inkastätte Machu Picchu zu sehen. Weil das Weltwunder aufgrund der Pandemie einen Tag vor seinem Besuch seine Tore schloss, entschied sich Katayama dazu, in der nahe gelegenen Stadt Aguas Calientes auf seine Chance zu warten - sieben Monate lang. Lokal geschlossene Freundschaften und Politiker, die von dem Fall erfuhren, setzten sich dafür ein, dass der Japaner eine Sondergenehmigung von der Tourismusbehörde bekam: Im Oktober 2020 durfte er als einziger Besucher die Ruinenstadt in den peruanischen Anden besichtigen. Für ihn ging ein Traum in Erfüllung, und die Tourismusbehörde schaffte es damit auch im Lockdown in die Schlagzeilen.

Alte pyramidenförmige Steinruine mit verkleideten Darstellern und kunstvoll beleuchtet.
Nach achtmonatiger Corona-Pause wurde Machu Picchu im November 2020 mit einer Show wieder eröffnetBild: Martin Mejia/AP Photo/picture-alliance

Auf solche symbolischen Gesten kann der Taj Mahal nach seiner Wiedereröffnung verzichten - und wieder 'ganz normal' mit seiner Architektur und Geschichte punkten. Der Taj Mahal wurde vom muslimischen Großmogul Shah Jahan 1631 als Mausoleum für seine verstorbene Lieblingsfrau in Auftrag gegeben.

Das fast 70 Meter hohe Gebäude mit der imposanten Kuppel aus weißem Marmor, seinen kunstvollen Reliefs an der Außenfassade und dem Außengelände ist nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Hochzeitspaaren beliebt: Ein Besuch des Taj Mahals soll den Frischvermählten lebenslanges Glück bringen.