Immer mehr EU-Staaten wagen Schritte aus dem Lockdown | Aktuell Europa | DW | 29.04.2021
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Coronavirus

Immer mehr EU-Staaten wagen Schritte aus dem Lockdown

Das Coronavirus schwappt in einer dritten Welle über Europa. Während Deutschland die Zügel enger fasst, wagen sich andere Länder langsam aus der Deckung.

Coronavirus Europa | Spanien Mallorca Strand

Strand auf Mallorca

In Europa sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile mehr Menschen vollständig gegen Corona geimpft worden als insgesamt mit dem Virus nachweislich infiziert gewesen sind. Immer mehr Länder wollen daher peu à peu zurück zur Normalität.

So sollen künftig die aktuell recht unterschiedlichen Einreiseregelungen ein Stück weit vereinheitlicht werden. Das Europaparlament plant daher etwa ein Ende der Quarantäne bei Reisen mit Impfzertifikat innerhalb der Europäischen Union. Sobald das gemeinsame Zertifikat eingeführt ist, soll es den Abgeordneten zufolge keine zusätzlichen Reisebeschränkungen durch Mitgliedstaaten geben. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach auf Twitter von einem wichtigen Schritt hin zu freiem und sicherem Reisen in diesem Sommer.

Ob das Parlament mit seiner Forderung durchkommen wird, ist aber noch ungewiss, zu unterschiedlich ist die Corona-Lage in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Die Situation in einigen europäischen Ländern im Überblick:

BELGIEN

In den vergangenen Wochen galten in Belgien verschärfte Regeln. Seit Montag haben Geschäfte wieder ohne Terminvergabe geöffnet, Friseure dürfen wieder arbeiten. Im Freien dürfen sich zehn Personen mit Maske treffen. Ab dem 8. Mai dürfen Restaurants und Bars nach monatelanger Zwangspause wieder ihre Außenbereiche öffnen. Auch die nächtliche Ausgangssperre fällt dann weg.

DÄNEMARK

Cafés, Restaurants und Bars dürfen seit einer Woche wieder Kunden bedienen - im Inneren allerdings nur, wenn die Gäste per App einen negativen Corona-Test, eine Impfung oder eine überstandene Infektion nachweisen können.

FRANKREICH

Ungeachtet der angespannten Corona-Lage in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron umfassende Lockerungen angekündigt. Danach können die Außengastronomie, Kulturstätten und alle Geschäfte ab dem 19. Mai voraussichtlich wieder öffnen. Ab dem 9. Juni sollen Restaurants und Bars dann auch in Innenräumen wieder bedienen können. Vom 30. Juni an soll dann auch die nächtliche Ausgangssperre entfallen, die derzeit landesweit um 19 Uhr beginnt und bis dahin schrittweise nach hinten verschoben werden soll. Ende Juni sollen zudem Veranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern wieder möglich sein. Voraussetzung sind negative Corona-Tests, eine Impfung oder ein anderer Immunitäts-Nachweis. Dafür plant die Regierung die Einführung eines "Gesundheitspasses". 

GROßBRITANNIEN

In Großbritannien hat sich die Corona-Lage dank eines langen, konsequenten Lockdowns und der weit fortgeschrittenen Impfkampagne mittlerweile deutlich entspannt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist bereits einmal geimpft, ein Viertel sogar vollständig.

BdTD London Soho | Coronavirus Aufhebung von Ausgangssperre

Großbritannien feiert sich selbst - seine erfolgreiche Impfkampagne führte zu deutlichen Lockerungen

Pubs und Restaurants dürfen daher in England und Wales draußen wieder Gäste empfangen, in Schottland sogar bis abends auch drinnen. Geschäfte, Fitnessstudios und Zoos sind weitgehend wieder geöffnet. Treffen in Innenräumen und Reisen ins Ausland bleiben allerdings noch bis mindestens Mitte Mai verboten.

NIEDERLANDE

Die abendliche Ausgangssperre ist inzwischen abgeschafft, Geschäfte dürfen wieder Kunden ohne Termin empfangen und Gaststätten im Außenbereich unter Auflagen wieder Gäste bedienen - zumindest von 12 bis 18 Uhr. Zuhause dürfen die Menschen wieder zwei statt bisher einen Besucher am Tag treffen. Verboten bleiben alle Veranstaltungen mit Publikum wie etwa Museen, Kinos und Theater.

ÖSTERREICH

Ab 19. Mai dürfen die Gastronomie, Hotels, Bühnen und Sporteinrichtungen wieder die Pforten öffnen. Dabei setzt die Regierung auf Zutrittstests als Schutzmaßnahme. Veranstaltungen sind draußen auf 3000 und drinnen auf 1500 Personen beschränkt.

POLEN

Schrittweise Öffnungen sind geplant. Zuerst sollen etwa Einkaufszentren und Museen unter Hygieneauflagen wieder öffnen dürfen. Vom 8. Mai an dürfen Hotels Gäste bis zu einer Auslastung von 50 Prozent beherbergen. Die Außengastronomie soll ab dem 15. Mai starten. Ab dem 29. Mai soll der Restaurantbetrieb in Innenräumen mit halber Auslastung möglich sein.

ITALIEN

Italien befindet sich seit kurzem auf einem schrittweisen Lockerungskurs. Wo die Corona-Zahlen moderat sind, dürfen Restaurants und Bars auch abends im Außenbereich an Tischen servieren.

Strand von Rimini - Cattolica an der Adria, Provinz Rimini, Emilia-Romagna, Italien, Europa

Strand von Rimini: Italien hofft auf einen baldigen Start der Tourismussaison

Ab 1. Juni sollen die Menschen in Lokalen wieder drinnen sitzen dürfen. Italien peilt den 2. Juni für den Start der Sommersaison an.

SCHWEIZ 

Bereits seit Anfang März haben Läden, Museen und Bibliotheken trotz steigender Infektionszahlen wieder geöffnet. Seit 19. April sind auch Restaurantterrassen, Kinos, Theater und Fitnesszentren wieder in Betrieb. Auch Open-Air-Konzerte und Fußballspiele dürfen wieder stattfinden. Dabei gelten Hygieneregeln wie etwa eine Begrenzung der Anzahl von Anwesenden oder die Maskenpflicht.

SPANIEN

Am 9. Mai endet der Corona-Notstand und soll wegen der guten Entwicklung nicht verlängert werden. Damit entfällt die Grundlage für die meisten Maßnahmen wie Reisebeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren, Obergrenzen bei Versammlungen und Schließung von Gaststätten. Wie es danach weitergehen soll, ist noch unklar.

hf/kle (dpa, afp)

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