Im Vertrauen auf die Liebe Gottes | Aktuell Welt | DW | 24.12.2019
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Kirche

Im Vertrauen auf die Liebe Gottes

Papst Franziskus hat zu Weihnachten zum Vertrauen auf die Liebe Gottes aufgerufen. Gott liebe ohne Vorleistung jeden Menschen, "auch den schlimmsten", sagte Franziskus in der Christmette an Heiligabend im Petersdom.

Die beste Weise, sich selbst, die Kirche und die Geschichte zu verändern, sei, dieses Geschenk der Liebe Gottes anzunehmen und sich wie Jesus zur Gabe für andere zu machen. Gott liebe den Menschen "im Guten wie im Schlechten, in der Gesundheit und der Krankheit, in Glück oder Traurigkeit", sagte der Papst.

Gott will keine Gegenleistung 

Während auf Erden alles der "Logik des Gebens um des Habens willen" zu folgen scheine, komme Gott ohne jede Gegenleistung zu den Menschen. "Seine Liebe ist nicht verhandelbar: Wir haben nichts getan, um sie zu verdienen, und werden es ihm nie lohnen können", sagte Franziskus.

"Wie oft denken wir, dass Gott gut ist, wenn wir gut sind, und dass er uns straft, wenn wir böse sind. So ist es nicht. In unseren Sünden fährt er fort, uns zu lieben. Seine Liebe ändert sich nicht, sie ist nicht nachtragend; sie ist treu, sie ist geduldig", sagte der Papst. Mit Weihnachten habe das sanfte Licht Gottes "die Finsternis der menschlichen Überheblichkeit überwunden".

Vatikan | Weihnachtsmesse - Christmette im Petersdom (Getty Images/AFP/A. Pizzoli)

Im voll besetzten Petersdom zelebrierte Franziskus zum siebten Mal die Christmette

Zur Weltlage äußerte sich der Papst nicht. An diesem Mittwoch spendet Franziskus auf dem Petersplatz den päpstlichen Segen "Urbi et Orbi". Nach der Christmette an Heiligabend gilt dies als Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan zur Geburt des Religionsstifters Jesus von Nazareth.

Feiern auch in Bethlehem

Auch im Heiligen Land wurde Weihnachten gefeiert. Von Jerusalem fuhr ein Konvoi aus etwa 40 Fahrzeugen ins knapp zehn Kilometer entfernte Bethlehem im Westjordanland. Die Prozession wurde vom Leiter des katholischen Patriarchats im Heiligen Land, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, angeführt. 

Laut dem Evangelisten Lukas wurde Jesus in Bethlehem geboren und in eine Krippe gelegt. Die Geburtskirche steht am vermuteten Ort. Jerusalem wiederum ist der Bibel zufolge der Ort von Kreuzigung und Auferstehung Jesu.

Frieden im Südsudan gefordert

In einer eigenen Botschaft riefen Papst Franziskus, Justin Welby, Erzbischof von Canterbury, und John Chalmers als Vertreter der Kirche von Schottland die politischen Führer im Südsudan gemeinsam zum Frieden auf. "In dieser Weihnachtszeit und zum Beginn eines neuen Jahres wollen wir euch und dem ganzen Volk des Südsudans unsere besten Wünsche für euren Frieden und Wohlstand zukommen lassen", heißt es in dem vom Vatikan veröffentlichten Aufruf.

Im Südsudan war 2013 nur zwei Jahre nach der Unabhängigkeit vom Sudan ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von Präsident Salva Kiir und Oppositionsführer Riek Machar ausgebrochen. Seitdem sind Zehntausende Menschen getötet und nach UN-Angaben mehr als vier Millionen - etwa ein Drittel der Bevölkerung - in die Flucht getrieben worden. Kiir und Machar haben die Bildung einer Einheitsregierung bis Februar angekündigt.

Deutschland Woche für das Leben in Trier eröffnet (picture-alliance/dpa/H. Tittel)

Der EKD-Vorsitzende Bedford-Strohm (l.) und der Leiter der Katholischen Bischofskonferenz Kardinal Marx

Soziale Themen in Deutschland im Mittelpunkt

In Deutschland rückten Vertreter der beiden großen Kirchen soziale Themen ins Zentrum ihrer Weihnachtsbotschaften. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sprach von einem unruhigen Jahr 2019, in dem "Spannungen, Polarisierungen, Unsicherheiten und Ängste" gewachsen seien.

"Irgendwie spüren wir, dass eine alte Welt vergeht, aber das, was kommt, wird noch nicht wirklich sichtbar und löst deshalb Sorgen und Ängste aus", erklärte Marx. Im Zentrum der Sorgen stehe bei vielen das Wohl des Planeten, so der Münchner Erzbischof. Wer die weihnachtliche Botschaft ernst nehme, müsse sich für das Wohl der Menschen und der Umwelt einsetzen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete Weihnachten als ein "Fest der grenzenlosen Hoffnung". Mit der Geburt Jesu habe die Liebe Gottes menschliche Gestalt angenommen. Diese Botschaft lasse selbst Menschen nicht kalt, "die mit Religion eigentlich gar nichts anfangen können", sagte Bedford-Strohm. Sie verbinde Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten, denn Gott sei nicht zuerst Deutscher oder Chinese, Amerikaner oder Afrikaner geworden, "sondern einfach Mensch".

haz/nob (dpa,kna, epd)

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