Ifo-Institut: Überraschender Rückschlag für die deutsche Wirtschaft | Aktuell Deutschland | DW | 24.04.2019
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Konjunktur

Ifo-Institut: Überraschender Rückschlag für die deutsche Wirtschaft

Die Stimmung der deutschen Unternehmenschefs hat sich im April wieder verschlechtert. Das zeigt der wichtige Ifo-Geschäftsklimaindex. Analysten hatten das Gegenteil prognostiziert.

Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer für das Geschäftsklima fiel im April um 0,5 auf 99,2 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. "Die deutsche Wirtschaft verliert weiter an Kraft", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Der leichte Optimismus vom März mit Blick auf die kommenden Monate ist wieder verflogen."

Nachdem es im März das erste Plus nach sechs Rückgängen in Folge gegeben hatte, rechneten Analysten eigentlich nun mit einem weiteren Anstieg auf 99,9 Punkte. Im Februar hatte der Indexwert bei 98,7 Punkten den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren erreicht.

Positive Überraschungen möglich

Die deutschen Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage schlechter, ebenso die Aussichten für die kommenden sechs Monate. In den einzelnen großen Branchen verlief die Entwicklung aber unterschiedlich. So hellte sich die Stimmung bei den Dienstleistern und im Baugewerbe auf, während sie sich im Handel "etwas" und in der exportabhängigen Industrie "merklich" eintrübte.

Deutschland Berlin | Clemens Fuest, ifo Institut (picture-alliance/dpa/K. Nietfeld)

Neuer Geschäftsklimaindex vorgestellt: Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts in München

"Weiterhin dürften externe Faktoren belasten, sprich: zunehmender internationaler Protektionismus und der Brexit", sagte Uwe Burkert, Chefsvolkswirt der größten deutschen Landesbank Baden-Württemberg. "Angesichts der guten Binnenkonjunktur sind wir aber noch nicht auf Moll gestimmt für das Gesamtjahr 2019. Wenn die Risikofaktoren wegfallen, sind positive Überraschungen wieder möglich." Die politischen Risiken lasteten weiter auf der Stimmung, sagte auch der Chefvolkswirt der Privatbank Lampe, Alexander Krüger. "Ein gesamtwirtschaftliches Rezessionssignal sendet das Geschäftsklima aber nicht."

"Abschwung ja, Rezession nein"

Der Ifo-Index wird als gute Schätzgröße für das künftige Wirtschaftswachstum angesehen. Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,5 Prozent. 2018 hatte es für 1,4 Prozent gereicht. Die Binnenwirtschaft sorge dafür, dass das Wachstum nicht ganz zum Stillstand komme, sagte Ökonom Klaus Borger von der Förderbank KfW: "Kurz: Abschwung ja, Rezession nein." 2020 soll ein Plus von 1,5 Prozent möglich sein, erwartet die Bundesregierung.

pgr/ww (rtr, dpa)

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