Höhlen-Drama in Laos: Weitere Goldsucher in Sicherheit
30. Mai 2026
Glücklicher Ausgang eines unterirdischen Dramas: Die restlichen vier in einer überfluteten Höhle in Laos eingeschlossenen Goldsucher sind wieder frei und in Sicherheit.
Sie hätten es am Nachmittag (Ortszeit) alleine geschafft, sich aus dem Berg zu befreien, sagte der an der Rettungsmission beteiligte australische Höhlentaucher Josh Richards der Deutschen Presse-Agentur.
Zusammen mit einem bereits am Freitagabend geretteten Mann waren die vier seit rund zehn Tagen in einer unterirdischen Kammer eingeschlossen. Sie wollten in der Höhle nach Gold suchen. Doch nach starkem Regen wurden die Gänge geflutet, auch gab es einen Erdrutsch. Ein weiterer Dorfbewohner konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und alarmierte die Behörden.
Tränen der Freude
Unter dem Jubel der Rettungskräfte stiegen die vier Männer nun nach und nach aus dem Berg. Stirnlampen auf den Köpfen, die Kleidung voller Schlamm, weinten einige vor Erleichterung, als sie wieder in Freiheit waren.
Wie genau es ihnen gelungen ist, durch die extrem engen Gänge und überfluteten Passagen an scharfen Gesteinsspitzen vorbei den Ausgang zu erreichen, ist noch unklar. "Sie haben es ganz alleine gemacht - wir waren gerade Wasser am Abpumpen und vor der Höhle", sagte Rettungstaucher Richards. Ich wollte gerade wieder in die Höhle hineingehen, als sie da plötzlich rauskamen."
Das Wasser in der Höhle sei offenbar so weit gesunken, dass die Goldsucher nicht tauchen mussten. Das galt als eines der größten Probleme der Rettungsmission - denn die Männer hatten keinerlei Erfahrung mit Tauchausrüstung. Sie werden laut Richards nun von Ärzten untersucht.
Noch zwei Vermisste
Rettungskräfte hatten die fünf Männer bereits am Mittwoch geortet. Sie hatten sich in einem engen Schacht etwa 300 Meter vom Höhleneingang entfernt zusammengekauert.
Doch zwei Männer werden noch immer in der Höhle vermisst. Die Retter haben den größten Teil des Systems abgesucht - bisher aber keine Spur von ihnen gefunden. Für sie sinken die Hoffnungen immer weiter.
Der bereits am Freitag befreite Mann berichtete, dass die beiden Vermissten etwa 500 Meter tiefer in die Höhle vorgedrungen seien als er selbst. Auf die Frage, ob er glaube, dass sie noch am Leben seien, antwortete er: "Ich fürchte, es ist dort drinnen zu kalt."
Internationales Rettungsteam mit Erfahrung
Freiwillige aus dem Nachbarland Thailand hatte sich bereits am vergangenen Sonntag an den Rettungsbemühungen beteiligt. Wie die Gruppe mitteilte, stießen weitere Helfer hinzu - darunter Taucher aus Finnland, Frankreich, Indonesien, Malaysia, Japan und Australien.
Dem internationalen Team gehören auch einige an, die im Jahr 2018 an der Rettungsaktion in der überfluteten Berghöhle Tham Luang im Norden Thailands beteiligt waren. Damals war eine thailändische Jugendfußballmannschaft 18 Tage lang in einem Hohlraum eingeschlossen. In einer waghalsigen internationalen Rettungsaktion wurden die zwölf Jugendlichen und ihr Trainer wieder ans Tageslicht gebracht - was weltweit für Schlagzeilen sorgte.
AR/se (dpa, rtr, ap)
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