Boom exotischer Haustiere in China: Trend mit Risiken
Exotische Haustiere werden in China immer beliebter - vor allem bei jungen Menschen. Doch fehlendes Wissen, schwache Gesetze und riskante Haltungsbedingungen lassen die Kritik von Experten und Tierschützern wachsen.

Erdmännchen im Fokus
Die Pet Fair ist Chinas führende Fachmesse für die Heimtierbranche. Tierliebhaber versammeln sich begeistert um einen Container, um Fotos von Erdmännchen zu machen, die auf der Tiermesse in Peking für jeweils umgerechnet 275 Euro (320 US-Dollar) verkauft werden, während in der Nähe ein Waschbär nervös in einem zu kleinen Käfig auf und ab läuft.
Wachsendes Interesse an exotischen Tieren
Jedes Jahr strömen Menschen aus ganz China zur Tiermesse, wo exotische Tiere längst häufiger sind als Katzen oder Hunde. Der Markt boomt und erreicht einen Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro (ca. 10 Milliarden Yuan). Etwa 17 Millionen Menschen halten die etwas anderen Haustiere, doch Tierschützer kritisieren zunehmend die oft schlechten Haltungsbedingungen.
Leben im Plastikbehälter
Ungewöhnliche Haustiere sind besonders bei jungen Menschen beliebt. Videos zur Haltung sind in sozialen Medien weit verbreitet. Ein 18-Jähriger Besucher ist überzeugt, dass die Haltung einfacher sei als bei seinen bisherigen Katzen und Hunden. "Ich finde, exotische Haustiere zu halten ist im Vergleich dazu wirklich ein Kinderspiel", sagt er der Nachrichtenagentur AFP.
Pflegeleichtes Problem?
Der junge Mann schildert, warum er exotische Haustiere als leichter zu halten empfindet. Er hatte zuvor einen Kurzkopfgleitbeutler gekauft und ist überzeugt, dass diese Tiere pflegeleicht sind, da sie keine Trennungsangst zeigen: Die Tiere suchten Nähe, wenn man es möchte, beschäftigten sich aber auch problemlos allein, wenn man sie in Ruhe lässt.
Tierverkauf im Alltag
Chinas Sicherheitsministerium warnt vor dem Trend, exotische Haustiere zu halten. Handel, Haltung und auch das Aussetzen der Tiere bergen Risiken. Gleichzeitig gelten die Tierschutzgesetze in China als lax, und Tiere wie Fische, Vögel oder sogar Schweine werden häufig in Einkaufszentren verkauft.
Forderung nach strengeren Maßnahmen
Experten fordern strengere Maßnahmen gegen Händler und Züchter, die vom Geschäft mit exotischen Tieren profitieren. Einigen wird vorgeworfen, sie täuschten Kunden mit falschen Angaben; zugleich birgt mangelndes Wissen über die Tiere erhebliche Risiken. Ausgesetzte Tiere können sich schnell vermehren, Ökosysteme stören und Krankheiten übertragen, wie zum Beispiel Fledermäuse.
Niedlichkeit vor Verantwortung
Das Tierschutzbewusstsein wächst zwar in China, doch viele Käufer sind schlecht informiert über Legalität, Haltung und Kosten. Trotz möglicher Folgen in menschlichen Lebensräumen ziehen viele den Kauf in Betracht, da exotische Tiere laut einer Messe-Besucherin "einfach besonders süß" seien.