Neujahrsfest: Ausnahmezustand in Asien
Von Thailand bis Myanmar wird mehrere Tage lang das traditionelle buddhistische Neujahrsfest gefeiert. Wichtigste Komponente: Viel, viel Wasser!

Wilde Wasserschlacht
Mit ausgelassenen Wasserschlachten hat am Montag in Thailand das traditionelle Neujahrsfest Songkran begonnen. Städte verwandeln sich während der Feierlichkeiten vom 13. bis zum 15 April in Partymeilen: Während aus Lautsprechern laute Partymusik ertönt, spritzen sich die Menschen gegenseitig nass - bei über 40 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit eine willkommene Abkühlung.
Feuer frei!
Kein Wunder also, dass Songkran auch als Wasserfest bezeichnet wird: Die knallbunten Wasserpistolen, die es an jeder Straßenecke zu kaufen gibt, sind unverzichtbarer Bestandteil der Festivitäten. Songkran ist das wichtigste Fest des Jahres in dem südostasiatischen Königreich und symbolisiert nach dem buddhistischen Kalender den Beginn eines neuen Jahres.
Party mit Einschränkungen
Ob aus Schläuchen, Wasserpistolen, Sprinklern oder gleich aus Eimern: Gespritzt wird auf alles, was sich bewegt. Dieses Jahr soll aber mit angezogener Handbremse gefeiert werden: Die thailändische Regierung verhängte für die Partyzonen in Bangkok ein Alkoholverbot und eine Sperrstunde ab 22 Uhr, um ein Ausufern der wilden Sause zu verhindern.
Tierischer Spaß
Party und Lokalkolorit: In der ehemaligen Hauptstadt Ayutthaya beteiligen sich traditionell auch Elefanten an den Wasserschlachten. Songkran lockt normalerweise zahlreiche Touristen aus aller Welt an, doch dieses Jahr berichten Reiseveranstalter von Stornierungen und schwacher Nachfrage. Hintergrund sind die stark gestiegenen Reisekosten als Folge der durch den Iran-Krieg ausgelösten Energiekrise.
Spritziges Straßenfest
Die Energiekrise ist auch im Inland spürbar: Wegen ausbleibender Öl-Lieferungen bilden sich immer wieder lange Schlangen an den Tankstellen. Die thailändische Regierung kündigte Treibstoffrationierungen an - jedoch erst für die Tage nach Songkran, um den Reiseverkehr während der Feiertage nicht zu belasten. Die Partylaune lassen sich die Menschen in Thailand dennoch nicht verderben.
Traditioneller Tanz
Gefeiert wird nicht nur in Thailand, sondern in mehreren Ländern der Region. Diese Tänzerinnen sind Teil einer Parade in Myanmars ehemaliger Hauptstadt Yangon. Hier heißt das buddhistische Neujahrsfest Thingyan, in Kambodscha Chaul Chnam Thmey. Auch in Laos und Sri Lanka gibt es ähnliche Feste, die sich über mehrere Tage erstrecken.
Reinigendes Ritual
Kein Kleidungsstück bleibt trocken: Auch in Myanmar ist das Neujahrs- ein Wasserfest - passenderweise fällt es mit dem Höhepunkt der heißen Jahreszeit zusammen. Das buddhistische Neujahr hat aber auch ernstere Seiten: Thingyan symbolisiert die Reinigung von Sünden und Unglück des vergangenen Jahres. Gefeiert wird dann, wenn die Sonne aus dem Sternzeichen des Fisches in das des Widders tritt.