Hunderte Schulen in Afghanistan geschlossen | Aktuell Asien | DW | 19.05.2018
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Afghanistan

Hunderte Schulen in Afghanistan geschlossen

Die Regierung in Kabul hat nach schweren Kämpfen in der westafghanischen Provinz Farah zahlreiche Schulen geschlossen. Nach Angaben des Bildungsministeriums dient die Maßnahme dem Schutz von Schülern und Lehrern.

Von der Schließung betroffen sind 411 Bildungsstätten, unter anderem 397 Grundschulen und 32 weiterführende Schulen. Damit haben derzeit 140.000 Schüler keinen Zugang zu Bildung. Die Schulen sollen erst einmal bis zum Ende des
Fastenmonats Ramadan Mitte Juni geschlossen bleiben.

Landesweit waren nach Angaben des Bildungsministeriums in Kabul schon zuvor mehr als 1000 Schulen wegen des Krieges mit den radikalislamischen Taliban geschlossen. Erst am vergangenen Dienstag hatten die Taliban es in fast 24-stündigen Gefechten geschafft, in die Provinzhauptstadt von Farah einzudringen und Regierungsgebäude im Zentrum zu erobern. Rund 35 Sicherheitskräfte, vier Zivilisten und rund 300 Taliban sollen dabei ums Leben gekommen sein. Seitdem gab es weitere Angriffe.

Es war nach dem Fall der nordafghanischen Stadt Kundus im Herbst 2015 erst das zweite Mal, dass den Taliban die - wenn auch kurzzeitige - Eroberung einer Provinzhauptstadt gelungen war. Seit dem Ende der NATO-Kampfmission im Dezember 2014 hat sich die Islamisten-Miliz rasant ausgebreitet und kontrolliert nach Militärangaben inzwischen mindestens 14,3 Prozent des Landes. 30 Prozent sollen umkämpft sein.

Acht Tote bei Anschlag bei Cricket-Spiel

Bei einem Anschlag während eines Cricket-Spiels in einem Stadion in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad sind nach Regierungsangaben mindestens acht Menschen getötet und mindestens 45 verletzt worden. Demnach ereigneten sich mehrere Explosionen inmitten der Zuschauer, die den "Ramadan-Cup" verfolgten.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani verurteilte die Bluttat am ersten Freitag des islamischen Fastenmonats. "Die Terroristen hören nicht einmal während des heiligen Monats Ramadan auf, unser Volk zu töten", sagte er. "Mit dem terroristischen Angriff in einem vollen Sportstadion haben sie einmal mehr gezeigt, dass sie nicht einem Glauben oder einer Religion verpflichtet sind, sondern dass sie der Feind der Menschheit sind."

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die radikalislamischen Taliban wiesen im Messenger-Dienst WhatsApp die Verantwortung von sich.

Der in der Region beliebte Cricket-Sport war von der Taliban-Regierung in den 90er Jahren verboten worden. Die Extremisten betrachtet Sport als Ablenkung von religiösen Pflichten. Seit dem Sturz der Taliban 2001 hat Cricket wieder deutlich an Zuspruch gewonnen. 

hf/uh (dpa/afp)

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