Honduras schließt Grenzposten zu Guatemala | Aktuell Welt | DW | 21.10.2018
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Migration

Honduras schließt Grenzposten zu Guatemala

Man wolle die Flucht der Honduraner bremsen, erklärte die Migrationsbehörde des Landes. Guatemala seinerseits meldete, dass rund 2000 Migranten aus Honduras, die sich in Richtung USA aufgemacht hatten, zurückkehren.

Die honduranische Regierung hat die vorübergehende Schließung des Postens "Agua Caliente" an der Grenze zu Guatemala bekanntgegeben. Der Grund: Man wolle die Flucht der Honduraner in das Nachbarland bremsen, heißt es in einem amtlichen Dokument der nationalen Migrationsbehörde. 

Unterdessen sind rund 2000 Migranten aus Honduras, die sich in Richtung USA aufgemacht hatten, nach Angaben der Regierung Guatemalas auf dem Rückweg in ihr Heimatland. Weitere 500 sollten in Bussen zurückgebracht werden, wie der guatemaltekische Präsident Jimmy Morales vor Journalisten sagte. Zuvor hatte Morales seinen Amtskollegen aus Honduras, Juan Orlando Hernández, getroffen, um über eine Rückführung zu sprechen. Die beiden Politiker hatten zudem mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto per Telefon über die Lage an der Grenze gesprochen.

Trump drohte mit Militäreinsatz

Mexiko hat dutzende Frauen und Kinder aus Honduras über seine Grenze zu Guatemala ins Land gelassen. Der mexikanische Botschafter in Guatemala, Luis Manuel López, sagte, dass die aufgenommenen Flüchtlinge nach ihrer Registrierung durch die Einwanderungsbehörde in eine Aufnahmeeinrichtung in der Stadt Tapachula gebracht würden.

Tausende Honduraner sind derzeit zu Fuß auf der Flucht vor Armut und Gewalt, ihr Ziel sind die USA. Unter den Menschen sind auch viele Frauen und Kinder. Am Freitag hatten bereits tausende der Migranten die Grenze zwischen Guatemala und Mexiko durchbrochen.

Grenze Guatemala Mexiko Migranten aus Honduras (picture-alliance/AP Photo/M. Castillo)

Migranten versuchen Mexiko zu erreichen

US-Präsident Donald Trump forderte Mexiko am Donnerstag auf, den "Ansturm" zu stoppen, andernfalls werde er das Militär einsetzen und die Südgrenze schließen. Schon vorher hatte er Guatemala, Honduras und El Salvador damit gedroht, alle Finanzhilfen zu streichen, wenn sie die Migranten ziehen ließen.

Honduras gehört besonders wegen der brutalen und mächtigen Jugendbanden und des Drogenhandels zu den Ländern mit den weltweit höchsten Gewaltraten. Außerdem leben 68 Prozent der neun Millionen Einwohner in Armut. Nach Angaben der UNO passieren jährlich mehr als eine halbe Million Menschen illegal Mexikos südliche Grenze, um von dort in die USA zu gelangen.

nob/ml (afp, dpa, efe)