Heuschrecken fressen Felder in Sardinien leer | Aktuell Europa | DW | 10.06.2019
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Italien

Heuschrecken fressen Felder in Sardinien leer

Eine schwere Heuschreckenplage setzt den Landwirten auf der italienischen Insel Sardinien zu. Der italienische Bauernverband Coldiretti erklärte, die Insekten hätten bereits Saatgut auf 2000 Hektar Land zerstört.

Der Insektenkundler Ignazio Floris von der sardinischen Universität Sassari bezeichnete die Plage gegenüber der Zeitung "La Stampa" als die verheerendste seit 60 Jahren. Felder in Nuoro, Ottana und Orani im Zentrum der Insel seien regelrecht mit den Insekten übersät, erklärte Coldiretti. Die Heuschreckenplage hängt demnach mit einem plötzlichen Temperaturanstieg auf Sardinien zusammen, der auf einen relativen kalten Mai folgte. Millionen von Heuschrecken seien daraufhin massenhaft auf brachliegenden Landgebieten aus ihren Eiern geschlüpft. "Die Heuschrecken tauchen auf nicht kultivierten Feldern auf, wechseln dann aber zum Fressen auf bewirtschaftete Felder", teilt Coldiretti mit.

"Das ist ein klassisch zyklisches Phänomen", zitierte die italienische Tageszeitung "Il Messagero" Zoologie-Professor Pierfilippo Cerretti von der Sapienza-Universität in Rom. Ein solches periodisches Massenschwärmen von Heuschrecken war demnach auf Sardinien das letzte Mal vor 16 Jahren aufgetreten.

Eine Lösung im Kampf gegen die Plage ist dem Verband zufolge derzeit nicht in Sicht. Den Bauern in den betroffenen Regionen bleibt nur abzuwarten, in welche Richtung die Tiere weiterziehen. Vom Temperaturverlauf im Juni und vor allem auch den Windbedingungen vor Ort dürfte abhängen, wie sich das massenhafte Auftreten der Heuschrecken weiter entwickelt. Bislang ist lediglich eine Fläche von insgesamt 20 Quadratkilometern von der Plage unmittelbar betroffen. Allein die Provinz Nuoro im Osten der Insel umfasst rund 5600 Quadratkilometer.

kle/sti (afp, La Stampa, n-tv)