Heiko Maas an USA: Wir geben nicht klein bei | Aktuell Welt | DW | 24.07.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Weltwirtschaft

Heiko Maas an USA: Wir geben nicht klein bei

Trump droht mit großer Gebärde - Berlin kontert gelassen. Der Bundesaußenminister zeigt die Verhandlungslinie auf, mit der die Europäer verhindern wollen, dass aus dem Handelsstreit doch noch ein Handelskrieg wird.

Bundesaußenminister Heiko Maas (Archivbild) hat US-Präsident Donald Trump bei den anstehenden Gesprächen über den Handelskonflikt mit der EU eine harte europäische Haltung angekündigt. "Ich hoffe, dass es gelingt, das Ganze im Konsens aufzulösen", sagte Maas dem ARD-Morgenmagazin. "Aber wir werden nicht uns bedrohen lassen und einfach so klein beigeben." Denn wenn Europa dies täte, würde das auch Folgen für die Zukunft haben. Beides sei notwendig: Druck und Diplomatie.

Bei den Verhandlungen wird es sowohl um die von Washington erhobenen Strafzölle auf Stahl und Aluminium gehen wie auch um Äußerungen von Trump, er werde die Autoexporte der EU ins Visier nehmen.

"Sonst verlieren alle"

Es sei wichtig, dass Europa insgesamt - insbesondere aber Deutschland und Frankreich - eine gemeinsame Linie vertreten, sagte Maas. "Ansonsten wird es auch nicht gelingen, sich zu behaupten." Keiner könne ein Interesse an neuen und höheren Zöllen haben. "Am Schluss werden alle Seiten verlieren, auch die amerikanische Seite." Von daher hoffe er, dass es in den USA ein Einsehen gebe.

Die EU-Kommission plant offenbar eine Art Verhandlungs-Judo: aus dem Angriff des Gegners die Energie nehmen und ihn damit entschärfen. "Handelsspannungen zu entdramatisieren und in einen offenen, konstruktiven Dialog mit unseren amerikanischen Partnern" einzutreten, sei das Ziel, erklärt ein Sprecher von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Abflug nach Fernost

Maas reist dieser Tage nach Japan und Südkorea - Länder, die ebenfalls von den US-Zollschritten bedroht und betroffen sind. Am Mittwoch trifft Juncker in Washington zu Gesprächen mit der US-Regierung zusammen. Nach einem Treffen zwischen Juncker und Trump sollen die je zehnköpfigen Delegationen beider Seiten verhandeln. Auch EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström will daran teilnehmen.

Die USA hatten Anfang Juni Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa verhängt. Die EU erhob daraufhin Gegenzölle auf US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro. Trump wirft den Europäern vor, die USA generell im Handel zu benachteiligen. Er kritisiert insbesondere höhere Einfuhrzölle auf Autos.

jj/ww (afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt