Häme und Mitgefühl: So reagiert die Welt auf das WM-Aus für Deutschland | Sport | DW | 28.06.2018
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WM 2018

Häme und Mitgefühl: So reagiert die Welt auf das WM-Aus für Deutschland

Die einen könnten heulen, andere lachen sich schlapp: Die weltweiten Reaktionen auf das Aus Deutschlands bei der WM 2018 in Russland könnten unterschiedlicher kaum sein. Höhepunkt: Schwarz-rot-goldene Särge im Libanon.

FIFA Fußball-WM 2018 in Russland | Deutschland verliert gegen Südkorea - Enttäuschung (Reuters/H. Hanschke)

Wer den Schaden hat... Deutsche Fans haben es gerade nicht leicht.

Ausgerechnet der Weltmeister! In der Vorrunde erwischt es Titelverteidiger Deutschland. Zwar fügt sich das ein in eine Reihe von vorzeitigen Adieus (Frankreich 2002), Arrivedercis (Italien 2010) und Adios (Spanien 2014) ehemaliger Weltmeister, die im Folgeturnier maßlos enttäuschten, doch irgendwie kommt das Ganze für viele Fans, Gegner, Experten und Wegbegleiter dann doch überraschend: Wie um alles in der Welt kann man mit solch talentierten Spielern, mit derart professionellen Strukturen und mit einer Trainer-Legende bitte ausscheiden?

Aufrichtiges Mitgefühl kommt von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie hat seit Jahren ein enges Verhältnis zu Bundestrainer Joachim Löw, lud ihn häufig zu sich ins Kanzleramt und servierte ihm dabei stets sein Lieblingsgericht: Cordon Bleu. Bis vor wenigen Wochen waren beide noch deutsche Ikonen, überall in der Welt geschätzt. Nun stehen beide mit dem Rücken zur Wand. Das schweißt zusammen. "Heute sind wir alle sehr traurig", beschrieb die Kanzlerin ihre Gefühlslage und damit auch die ihres Volkes. Angesichts der innenpolitischen Krise mit dem weiter schwelenden Streit der Regierungsparteien CDU und CSU dürfte Merkel aber wohl kaum lange Zeit haben, mit dem DFB-Team zu trauern.

Ein ehemaliger Bundeskanzler scheint ebenso wenig erfreut über die 0:2-Niederlage von Deutschland gegen Südkorea.Die koreanische Ehefrau von Gerhard Schröder, Soyeon Kim, hingegen schon.

Der größte deutsche Sportstar jenseits des Fußballs kann noch nicht ganz glauben, was er da gerade gesehen hat:

Und Formel-1-Pilot Nico Rosberg ist zum Heulen zu Mute:

Comedian Oliver Pocher tritt schon einmal symbolisch den Heimweg an:

Der angehende NBA-Profi Moritz Wagner ging kaum in den USA angekommen erst einmal auf Tauchstation:

Der ehemalige englische Nationalspieler Sol Campbell legt den Finger in eine Wunde: Hat der Bundestrainer einen seiner besten Spieler daheim gelassen und damit einen Fehler begangen?

Ein anderer Engländer mit einer besonderen Beziehung zu Deutschland kann sich eine Abwandlung seines legendären Zitats natürlich nicht verkneifen: Gary Lineker, Ex-Nationalspieler Englands und verbal stets ganz nah am Ball:

Und in Brasilien sitzt der Stachel des inzwischen legendären 1:7 wohl immer noch sehr tief: Der TV-Sender Fox Sports Brasil klingt auf Twitter irgendwie nach Schadenfreude. Aber nur ganz leicht.

Und im Libanon tragen brasilianische Fans den Weltmeister symbolisch zu Grabe, wenn man Journalist Joe Akkawi glauben darf:

Noch deutlich euphorischer wurde in Mexiko gefeiert: Mexiko wäre bei einem deutschen Sieg ausgeschieden, denn zwei Siege zu Beginn der WM hätten den Mexikanern nicht gereicht, wenn die DFB-Elf gewonnen hätte, weil Mexiko mit 0:3 gegen Schweden unterging. Unbändig war da die Freude als im Parallel-Spiel Südkorea gegen Deutschland traf:

Wie wohltuend sind dagegen die Worte von Roberto Martinez, dem Nationaltrainer Belgiens: Er sieht auch nach drei erschreckend schwachen WM-Spielen noch immer viel Qualität im deutschen Team. "Deutschland ist für mich immer noch eine der besten Mannschaften der Welt, vielleicht sogar eine der beiden besten. Dass sie in der Gruppenphase ausgeschieden sind, zeigt, wie klein die Abstände mittlerweile sind. Durch die Informationen und die Technologie, die alle Teams nutzen, gibt es keine Geheimnisse mehr." Vielleicht auch eine Erkenntnis dieses Turniers.

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