Großstörung bei Mobilfunkanbieter trifft ganz Australien
8. Juli 2026
Ein großflächiger Ausfall im Mobilfunknetz des Telekommunikationsanbieters Telstra hat Australien zeitweise lahmgelegt. Neben Zugverbindungen waren auch der Flugverkehr sowie Notrufe und Bezahlsysteme beeinträchtigt. Der Flughafen der Metropole Perth an der Westküste war Medienberichten zufolge besonders schwer betroffen.
Hunderte Beschäftigte der Bergbauindustrie, die mit sogenannten FIFO-Flügen (Fly-in fly-out) zu abgelegenen Minenstandorten reisen wollten, mussten sich am Morgen (Ortszeit) auf stundenlange Verzögerungen einstellen. Dutzende Maschinen hoben mit Verspätungen von bis zu drei Stunden ab, berichtete das Portal News.com.au.
Züge im Bundesstaat Victoria standen still
Auch der Bahnverkehr war von der Störung betroffen. Regionalzüge im Bundesstaat Victoria standen komplett still, auch Verbindungen in anderen Regionen fielen aus. "Dies ist zutiefst besorgniserregend und beeinträchtigt das Leben der Menschen im ganzen Land erheblich", sagte Premierminister Anthony Albanese.
Zahlungsplattformen fielen ebenfalls aus. Dadurch konnten beispielsweise Kunden ihre Einkäufe oder Taxifahrten nicht mehr bezahlen.
Netzwerkprobleme inzwischen behoben
Telstra entschuldigte sich bei den Kunden und erklärte, die Ursache sei ein Fehler in einem System zur Zeitsynchronisierung des Mobilfunknetzes gewesen. Hinweise auf einen Cyberangriff gebe es nicht.
Die Netzwerkprobleme seien nach dem Ausfall inzwischen vollständig behoben worden, teilte Telstra-Finanzvorstand Michael Ackland in Melbourne auf einer Pressekonferenz am späten Nachmittag mit. Man wolle auch noch prüfen, wie viele Notrufe von dem Ausfall betroffen waren.
"Es liegt bei Telstra, die Dinge in Ordnung zu bringen"
Kommunikationsministerin Anika Wels merkte an, dass die Telekommunikationsbranche derzeit die Branche in Australien sei, der am wenigsten Vertrauen entgegengebracht werde. "Tage wie heute zeigen genau, warum die Australier so denken. Es liegt nun bei Telstra, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen“, sagte sie. Die Regierungsbehörde ACMA (Australian Communications and Media Authority) leitete eine Untersuchung ein.
Im vergangenen Jahr hatte die Regierung die Strafen für Telekommunikationsunternehmen, die nicht sicherstellen, dass Notrufe durchgestellt werden, auf 30 Millionen australische Dollar (umgerechnet etwa 18 Millionen Euro) erhöht.
as/jj (dpa, rtr)
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