Greta segelt wieder | Aktuell Welt | DW | 13.11.2019
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Klimaneutral über den Atlantik

Greta segelt wieder

Als die Weltklimakonferenz kurzfristig von Chile nach Spanien verlegt wurde, war Greta Thunberg plötzlich am falschen Ende der Welt. Nun hat sie das passende Fahrzeug für die erneute Atlantiküberquerung gefunden.

Weniger als drei Wochen bleiben der Klimaaktivistin Greta Thunberg für ihre Rückreise über den Atlantik. Die junge Schwedin segelt an Bord des knapp 15 Meter langen Katamarans "La Vagabonde" vom US-Staat Virginia aus zurück nach Europa. Noch an diesem Mittwoch soll der Törn beginnen.

"Es stellt sich heraus, dass ich um die halbe Welt gereist bin, in die falsche Richtung", hatte Thunberg vor knapp zwei Wochen geklagt, als der neue Ort für die UN-Klimakonferenz aus der Taufe gehoben wurde. Eigentlich sollte die COP25 in Santiago de Chile stattfinden. Die Konferenz war einer der Hauptgründe dafür gewesen, warum die 16-Jährige im August per Hochsee-Segeljacht über den Atlantik gereist war. Chile sagte die Konferenz aber wegen der heftigen sozialen Proteste im Land kurzfristig ab und Spanien sprang als neuer Gastgeber ein. Das Spitzentreffen soll nun ab dem 2. Dezember in Madrid abgehalten werden.

Den Atlantik bezwingen - im November

Greta Thunbergs Rückreise nach Europa (Getty Images/AFP/N. Kamm)

Greta Thunberg an Bord des Katamarans "Vagabonde"

"Ich muss jetzt eine Möglichkeit finden, den Atlantik im November zu überqueren", twitterte Thunberg am 1. November. Zuletzt war sie in der US-Westküstenmetropole Los Angeles, um dort gemeinsam mit anderen für einen beherzteren Kampf für einen stärkeren Klimaschutz zu protestieren. Auch mit Hollywood-Stars wie Leonardo DiCaprio oder Arnold Schwarzenegger hatte sie sich getroffen. Am Freitag begann jedoch ihr Rückweg quer durch die USA, um von der Ostküste aus irgendwie noch rechtzeitig zurück über den Atlantik zu kommen.

Nun ist also ein australisches Youtuber-Paar eingesprungen. Riley Whitelum und Elayna Carausu sowie die englische Profi-Skipperin Nikki Henderson sollen Greta Thunberg zurück über den Ozean bringen. "Wir segeln morgen früh nach Europa!", twitterte die Schwedin am Dienstag. An Bord befinden sich auch der kleine Sohn von Whitelum und Carausu, Lenny, sowie Thunbergs Vater Svante. Er war bereits im August dabei gewesen, als seine Tochter vom norddeutschen Segelprofi Boris Herrmann und dessen Co-Skipper Pierre Casiraghi von England aus über den Großen Teich nach New York gebracht worden war.

So emissionsfrei wie möglich

Greta Thunbergs Rückreise nach Europa (Getty Images/AFP/N. Kamm)

Die "Vagabonde" im Hafen von Hampton im US-Bundesstaat Virginia

Riley Whitelum und Elayna Carausu segeln auf der "Vagabonde" um die Welt und dokumentieren die Reise auf ihrem Youtube-Kanal - um auf die Bedeutung der Ozeane aufmerksam machen und alternative Lebensmöglichkeiten zu erproben, wie es heißt. Ihr Katamaran ist mit Solarpaneelen und Wasserkraftgeneratoren ausgestattet, um die Reise so emissionsfrei wie möglich zu machen.

Thunbergs Hinfahrt über den Atlantik hatte zwei Wochen gedauert, sehr viel länger darf die Rücktour auch nicht dauern. Warum sie erneut das Segelboot bevorzuge, erklärte sie so: "Indem ich segele, will ich noch einmal die Tatsache unterstreichen, dass es in den heutigen Gesellschaften praktisch unmöglich ist, nachhaltig zu leben."

rb/hk (afp, ap, dpa, rtr)

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