Gibraltar stoppt Öltanker | Aktuell Europa | DW | 04.07.2019
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EU-Sanktionen

Gibraltar stoppt Öltanker

Die Behörden in Gibraltar haben einen Supertanker wegen des Verdachts illegaler Öl-Lieferungen an Syrien gestoppt. Es wird vermutet, dass mit der Lieferung bestehende EU-Sanktionen umgangen werden sollten.

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Tanker mit Öl für Syrien vor Gibraltar gestoppt

Das Schiff "Grace 1" sei in den frühen Morgenstunden von der Polizei und den Zollbehörden des britischen Territoriums an der Südspitze der iberischen Halbinsel angehalten worden, teilte Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo mit. Auch die britische Marine leistete demnach Unterstützung.

Öl aus dem Iran?

Das Schiff hatte offenbar Rohöl aus dem Iran geladen, das unter Umgehung der EU-Sanktionen gegen Syrien in das Bürgerkriegsland geliefert werden sollte. Auffällig: Nach den erfassten Koordinaten fuhr das Schiff um die Südspitze Afrikas, anstatt den wesentlich kürzeren Weg durch den Suez-Kanal zu nehmen. Der Iran ist ein enger Verbündeter von Syriens Staatschef Baschar al-Assad. "Wir haben Grund zu glauben, dass die 'Grace 1' ihre Rohöl-Lieferung zur Banjas-Raffinerie in Syrien bringen wollte", erklärte Picardo. Die Betreiberfirma der Raffinerie unterliege den EU-Sanktionen gegen Syrien.

Management aus Singapur

Das Schiff fährt laut dem Branchendienst "Lloyd's List" unter der Flagge Panamas und wird von der in Singapur ansässigen IShips Management Pte Ltd. verwaltet. Picardo zufolge wurden das Schiff und die Ladung beschlagnahmt. Die EU-Sanktionen gegen Syrien bestehen seit Ende 2011. Sie beinhalten unter anderem ein Ölembargo.

Die von Assad kontrollierten Gebiete Syriens leiden seit den Sanktionen gegen den Iran unter einem akuten Brennstoffmangel.

cgn/pg (afp, ap, rtre)

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