Geständnis im Kuciak-Mord | Aktuell Europa | DW | 13.01.2020
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Slowakei

Geständnis im Kuciak-Mord

Rund zwei Jahre nach dem Mord an dem slowakischen Investigativ-Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova hat der mutmaßliche Todesschütze überraschend die Tat eingeräumt.

Slowakei Mordprozess ( DW/A. Marek Pędziwol )

Die Angeklagten: Von links Marian Kocner, Miroslav Marcek und Alena Zsuzsuova

Bisher hatte der Angeklagte Miroslav Marcek, ein 37-jähriger Ex-Soldat, seine Schuld bestritten. Ihm war vorgeworfen worden, die beiden 27-Jährigen durch Schüsse getötet zu haben. Am Montag legte er nach Verlesung der Anklageschrift ein Geständnis ab.

Er habe damals an die Tür von Kuciaks Haus in einem Vorort von Bratislava geklopft und dem Journalisten in die Brust geschossen, als dieser geöffnet habe, sagte Marcek vor dem Gericht in Pezinok. Daraufhin habe er gesehen, dass eine weitere Person im Haus gewesen sei. "Sie ist in die Küche gelaufen und ich habe sie dort erschossen", fügte der 37-Jährige hinzu. Bei den Angehörigen der beiden Opfer entschuldigte er sich. 

Slovakai | ermordeter Journalist Jan Kuciak und Martina Kusnirova | Freedom Square (picture-alliance/dpa/CTK/S. Petr)

Gedenken an die Opfer Jan Kuciak und Martina Kusnirova

Außer Marcek sind der mutmaßliche Auftraggeber Marian Kocner sowie Alena Zsuzsuova angeklagt. Zsuzsuova soll den Kontakt zu Marcek organisiert haben. Der 56-jährige Hauptangeklagte Kocner dagegen erklärte, er habe den Mord an Kuciak nicht angeordnet. Die Staatsanwaltschaft wirft Kocner vor, den Mord an dem Enthüllungsjournalisten in Auftrag gegeben zu haben, nachdem ein Erpressungsversuch gescheitert war.

Verbindungen zur Mafia

Jan Kuciak und Martina Kusnirova waren am 21. Februar 2018 in ihrem Haus im westslowakischen Dorf Velka Maca erschossen worden. Der Journalist hatte zuvor über die Verfilzung von Politik und Geschäftemacherei recherchiert.

Slowakei Ministerpräsident Robert Fico (Getty Images/AFP/V. Simicek)

Stolperte über die Mordaffäre: Slowakeis Ex-Ministerpräsident Robert Fico

Seine erst nach dem Doppelmord veröffentlichte Reportage über mögliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Regierungsmitarbeitern löste Massendemonstrationen gegen Korruption und den Missbrauch von EU-Fördergeldern aus. Daraufhin traten Langzeit-Regierungschef Robert Fico sowie mehrere Minister und der Polizeipräsident zurück.

cgn/uh (afp, ap, dpa)

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