Generalstreik setzt Militärrat im Sudan unter Druck | Aktuell Afrika | DW | 28.05.2019
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Sudan

Generalstreik setzt Militärrat im Sudan unter Druck

Im Sudan sind tausende Menschen in einen Streik getreten. Sie wollen damit Bewegung in die stockenden Gespräche mit dem Militärrat bringen. Aber der Streik wird nicht von allen Oppositionsparteien unterstützt.

Demonstranten protestieren vor der Bank of Khartoum

Demonstranten protestieren vor der "Bank of Khartoum"

Mitarbeiter von Regierungsbehörden, Banken und privaten Firmen sind im Sudan einem Aufruf der Protestbewegung "Allianz für Freiheit und Wandel" zu einem zweitägigen Generalstreik gefolgt. Vor der Byblos Bank in der Hauptstadt Khartum riefen die Menschen zu Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit und einer zivil geführten Übergangsregierung auf. Am Flughafen und am Busbahnhof von Khartum saßen hunderte Passagiere fest. Mehrere Fluggesellschaften strichen wegen des Ausstands Verbindungen.

Wajdi Saleh, einer der Sprecher der Demonstranten, beklagte auf einer Pressekonferenz, dass die Forderungen der Demonstranten nicht berücksichtigt worden seien. "Falls wir unsere Ziele nicht erreichen, starten wir flächendeckend zivilen Ungehorsam", sagte er.

Stockende Gespräche mit dem Militärrat

Die führende Oppositionspartei "Umma" kritisierte einige Gruppen innerhalb der Protest-Allianz, ohne bestimmte Akteure zu benennen. Umma bemängelte vor allem die Vorbereitungen und den Zeitpunkt des Generalstreiks.

Seit Wochen gibt es im Sudan Proteste. Das Gewerkschaftsbündnis SPA, erklärte, man werde "alle friedlichen Mittel ausschöpfen", um das Militär zum Einlenken zu bewegen. Die Demonstranten fordern eine zivile Regierung für den Sudan. Dort hat nach dem Sturz des langjährigen autoritären Staatschefs Omar al-Baschir infolge von monatelangen Massenprotesten ein Militärrat die Führung übernommen.

Mit diesem einigte sich die Protestbewegung Mitte Mai grundsätzlich darauf, dass ein gemeinsamer Übergangsrat die Geschicke des Landes in den nächsten drei Jahren lenken soll. Seither herrscht aber Streit darüber, welche Seite dieses Gremium führen soll.

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lh/gri (dpa, afp, ap)

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