Geheimtreffen der beiden Koreas | Aktuell Welt | DW | 26.05.2018
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Korea-Gipfel

Geheimtreffen der beiden Koreas

Gerade mal 24 Stunden nach der abrupten Absage des USA-Nordkorea-Gipfels vollzog US-Präsident Trump eine verbale Kehrtwende. Grund genug, um im geteilten Korea mächtig aufs Tempo zu drücken.

Treffen Regierungschefs Süd- und Nordkorea (Getty Images/South Korean Presidential Blue House)

Wiedersehen nach kurzer Zeit: Südkoreas Präsident Moon (links) mit Nordkoreas Machthaber Kim

Südkoreas Präsident Moon Jae In und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un haben sich nach ihrem historischen Gipfel vom April überraschend noch einmal getroffen. Beide Seiten hätten ihre Meinungen ausgetauscht, um den Weg für einen Gipfel zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten zu ebnen, heißt es aus dem Präsidialamt in Seoul. Moon wolle das Ergebnis seines zweistündigen Treffens mit Kim am Sonntagmorgen bekannt geben.

Treffen Regierungschefs Süd- und Nordkorea (Getty Images/South Korean Presidential Blue House)

Handschlag mit Begleitschutz: Kims Schwester Kim Yo-Jong begrüßt den südkoreanischen Präsidenten ...

Moon und Kim führten ihre zweistündigen Gespräche erneut im Grenzort Panmunjom - anders als beim ersten Treffen Ende April aber auf nordkoreanischer Seite, wie das Präsidialamt in Seoul mitteilte. Zwar wurde der Spitzentermin bis zuletzt geheim gehalten. Doch anschließend wurden Fotos an die Medien verteilt, die demonstrativ die gute Stimmung beider Politiker festhalten.

Treffen Regierungschefs Süd- und Nordkorea (Reuters/Presidential Blue House)

... den Nordkoreas Machthaber später innig umarmt

Russland und Japan riefen alle Akteure in dem Konflikt zur Zurückhaltung auf. Es dürfe keine neue Konfrontation geben, sagte der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Japans Regierungschef Shinzo Abe in Moskau. In der Region müsse eine Atmosphäre des Friedens gewahrt werden, sagte Putin. Russland hat gute diplomatische Kontakte zu Nordkorea. Japan dagegen fühlt sich vom nordkoreanischen Atomwaffenprogramm bedroht. Abe forderte die Machthaber in Pjöngjang zu einer vollständigen und nachprüfbaren Denuklearisierung auf.

Russland, Moskau: Treffen zwischen Putin und Abe (Getty Images/G. Dukor)

Auch in Moskau gab es innige Begrüßungen: Russlands Präsident Putin (links) und Japans Premier Abe

US-Präsident  Donald Trump hatte am Freitagabend vor Journalisten im Garten des Weißen Hauses erklärt, womöglich könne das Gipfel-Treffen doch wie geplant am 12. Juni stattfinden. Man rede weiter mit Nordkorea. Pjöngjang sei sehr an dem Treffen interessiert. "Wir würden es gerne machen. Wir werden sehen, was passiert", sagte Trump. "Jeder spielt Spiele."

Mattis: "Gute Nachrichten"

Zuvor hatte Trump Nordkoreas "produktive" Reaktion auf seine Gipfel-Absage gelobt, nachdem Pjöngjang sich weiter "jederzeit" zu Gesprächen bereit erklärt hatte. Später bekräftigte der Präsident seine Kehrtwende auch im Kurznachrichtendienst Twitter. 

US-Verteidigungsminister James Mattis sagte ebenfalls, dass die Chancen für "gute Nachrichten" hinsichtlich des Gipfels gut stünden. Details nannte er aber nicht. Den Wirrwarr um das Treffen bezeichnete Mattis als das übliche "Geben und Nehmen". Zunächst seien jetzt aber die Diplomaten am Zug. Das Weiße Haus teilte derweil mit, ein Vorbereitungsteam werde wie geplant nach Singapur aufbrechen, dem ursprünglich geplanten Ort des Gipfels.

USA Washington - Donald Trump spricht zur Presse (Getty Images/AFP/M. Ngan)

Donald Trump: "Jeder spielt Spiele"

Trump hatte das Treffen mit Kim am Donnerstag wegen der "offenen Feindseligkeit" Pjöngjangs abgesagt. Stattdessen hatte er eine Fortsetzung seiner Politik des "maximalen Drucks" und der Sanktionen gegen Nordkorea angekündigt. Die bereits im Voraus als historisch bezeichnete Begegnung zwischen Trump und Kim sollte zur Beendigung des Atomstreits mit Pjöngjang beitragen. Nach Monaten der Entspannung zwischen beiden Staaten hatte sich der Ton zwischen den USA und Nordkorea in jüngster Zeit aber wieder verschärft.

Südkorea: "Wir sind glücklich"

Südkorea hatte den späteren Sinneswandel des US-Präsidenten begrüßt. "Wir sind glücklich, dass die Glut der Gespräche zwischen Nordkorea und den USA neu entfacht wird", teilte ein Sprecher des Präsidialamtes in Seoul mit. "Wir beobachten die Entwicklungen sorgfältig." Da war Präsident Moon schon fast auf dem Weg nach Panmunjom. 

rb/jj/sti (afp, dpa, rtr)

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