Israel öffnet Grenzübergang Rafah für Personenverkehr
2. Februar 2026
Der Grenzübergang Rafah sei offiziell wieder in Betrieb, berichtete der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Kahira News, auch israelische Sicherheitskreise bestätigten die Öffnung. Damit soll die Ausreise einer begrenzten Zahl kranker und verletzter Palästinenser aus dem Gazastreifen ermöglicht werden, ebenso wie die Rückkehr von im Krieg geflüchteten Menschen.
Laut israelischen Berichten sollen von diesem Montag an jeden Tag schätzungsweise etwa 150 Menschen den Gazastreifen verlassen, während rund 50 zurückkehren können. Al-Kahira News meldete dagegen, jeweils 50 Menschen dürften aus- und einreisen. Hilfsgüter werden vorerst weiterhin nicht direkt aus Ägypten in den Gazastreifen geliefert.
"Tor zur Welt" war lange geschlossen
Am Sonntag war der Übergang bereits für einen "Probebetrieb" geöffnet worden. Ziel sei es gewesen, den Betriebsablauf zu testen, teilte die zuständige israelische Behörde Cogat dazu mit.
Rafah ist der einzige Grenzübergang aus dem Gazastreifens, der nicht durch israelisches Gebiet führt. Er gilt als "Tor zur Welt" in dem von Israel streng abgeriegelten Küstenstreifen. Die israelische Armee hatte im Mai 2024 auf palästinensischer Seite die Kontrolle übernommen.
Seitdem war der Übergang fast durchgehend geschlossen. Die Öffnung ist Teil des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump.
Kritiker sehen nur symbolischen Schritt
Die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen hatten schon seit langem eine Wiederöffnung des Grenzübergangs gefordert, allerdings umfassender als nun von Israel angekündigt.
Die Gesundheitsversorgung im Gazastreifen ist weiterhin schlecht. Nach palästinensischen Angaben warten rund 20.000 Kranke und Verletzte auf eine Behandlung im Ausland. Kritiker bezeichnen die groß angekündigte Öffnung Rafahs zur Ausreise von nur einigen Dutzend Menschen täglich deshalb als symbolisch und als "Tropfen auf den heißen Stein".
Israel hatte die Wiederöffnung von Rafah an die Rückgabe der sterblichen Überreste von Ran Gvili geknüpft. Er war die letzte getötete israelische Geisel in der Gewalt der Terrororganisation Hamas, die mit ihren Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst hatte. Gvilis Leichnam wurde am 26. Januar nach Israel zurückgebracht.
Unterstützung durch die EU
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnete die Öffnung des Grenzübergangs als "konkreten und positiven Schritt" im Friedensplan für den Gazastreifen. Die EU-Mission EUBAM sei vor Ort, um den Grenzverkehr zu überwachen und palästinensische Grenzschutzbeamte zu unterstützen, schrieb sie im Onlinedienst X.
gri/se/pg (dpa, afp)
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