″Frieden nicht ohne Gott″ | Aktuell Welt | DW | 25.12.2012
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Aktuell Welt

"Frieden nicht ohne Gott"

Es ist bereits sein achtes Weihnachtsfest seit seiner Wahl zum Papst: Zum Auftakt der diesjährigen Feierlichkeiten zelebrierte Benedikt XVI. die nächtliche Christmette - und fand dabei deutliche Worte.

Vor Tausenden Gläubigen im überfüllten Petersdom rief der Papst eindringlich zum Frieden im Nahen Osten auf. Dieser Appell gelte gerade für die Geburtsstadt Jesu, das palästinensische Bethlehem. "Beten wir darum, dass Israelis und Palästinenser im Frieden des einen Gottes und in Freiheit ihr Leben entfalten können", sagte Benedikt. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die Christen in den Ursprungsländern des Christentums "ihr Zuhause behalten" und gemeinsam mit den Muslimen "im Frieden Gottes miteinander ihre Länder aufbauen" könnten.

Mit deutlichen Worten wandte sich der Papst gegen die These, Religionen seien der Grund für Gewalt und Kriege in der Welt, weshalb man sich von ihnen befreien müsse, um Frieden zu erreichen. "Wo Gott vergessen oder gar geleugnet wird, da ist auch kein Friede", betonte Benedikt. Der Monotheismus habe in der Geschichte durchaus als Vorwand für Intoleranz und Gewalt gedient, Religion sei missbraucht und entstellt worden, räumte er ein. Doch seien vom Glauben an Gott immer wieder auch "Kräfte der Versöhnung" ausgegangen.

Alles friedlich

Schon Stunden vor der Christmette hatten sich bei mildem Winterwetter in Rom lange Schlangen an den Eingängen zum Petersdom gebildet. Alle Besucher mussten sich einer Sicherheitskontrolle unterziehen. Anders als in früheren Jahren hatte es diesmal allerdings keine Warnhinweise oder Drohungen gegeben.

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Papst entzündet Friedenslicht

Bereits am frühen Montagabend hatte der Papst ein Friedenslicht angezündet und vom Fenster des Apostolischen Palastes aus die Menschen auf dem Petersplatz gegrüßt. Das große Areal vor dem Petersdom erstrahlt in weihnachtlichem Glanz: nur wenige Schritte neben einem 24 Meter hohen Weihnachtsbaum wurde am Abend die Weihnachtskrippe enthüllt - beide stammen aus Süditalien.

Mehr Erholung

Um dem 85 Jahre alten Oberhaupt der katholischen Kirche mehr Ruhe vor dem Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten an diesem Dienstag zu gönnen, war die Christmette - wie in den Vorjahren - zwei Stunden früher als üblich angesetzt. Schon am Mittag wird Benedikt seine traditionelle Weihnachtsbotschaft verkünden, den Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) spenden und wieder Weihnachtsgrüße in vielen Sprachen verlesen.

Die Zeremonie ist für alle Gläubigen mit einem Sündenablass verbunden. "Urbi et Orbi" ist längst auch zum "Quotenrenner" geworden: Neben Tausenden Gläubigen, die auf den Petersplatz strömen werden, dürften wieder zig Millionen Menschen das Geschehen weltweit über Radio, Fernsehen oder Internet verfolgen.

wa/jh (kna, dpa, dapd)

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