French Open: Andrea Petkovic lässt Erinnerungen wach werden | Sport | DW | 28.05.2018
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French Open - 2. Tag

French Open: Andrea Petkovic lässt Erinnerungen wach werden

Kämpferisch überzeugend, spielerisch solide: Andrea Petkovic hat bei den French Open die zweite Runde erreicht. Bei den Herren gab es bereits eine erst große Überraschung.

French Tennis Open 2018 | Andrea Petkovic, Deutschland (Reuters/P. Rossignol)

Unbändige Freude über einen Erstrundensieg - für Andrea Petkovic ein großer Schritt

Heiße Temperaturen, kühler Kopf: Andrea Petkovic hat bei den French Open auch bei sommerlichen Bedingungen ihre Eignung für höhere Aufgaben nachgewiesen und ist in die nächste Runde eingezogen. Mit einer kämpferisch starken und spielerisch guten Leistung erreicht sie nach einem 7:6 (12:10), 6:2-Sieg über die französische Lokalmatadorin Kristina Mladenovic die zweite Runde. Das Ausrufezeichen aus deutscher Sicht an diesem zweiten Turniertag.

Auf dem Court Suzanne Lenglen, dem zweitgrößten Stadion der Anlage von Roland Garros, zeigte die 30-Jährige vor allem läuferisch ansprechendes Tennis. "Ich hab nur gedacht: 'Andrea konzentrier dich auf jeden Punkt und hör auf zu denken'", sagte Petkovic im Eurosport-Interview: "Ich zittere noch, ich bin so aufgeregt. Ich bin gerade komplett drüber. Jetzt genieße ich erstmal mein Leben." In der zweiten Runde trifft sie auf Johanna Larsson (Schweden) oder Bethanie Mattek-Sands (USA).

Für die restlichen Deutschen war das Grand-Slam-Turnier am Montag derweil bereits nach der ersten Partie beendet. Philipp Kohlschreiber unterlag mit 3:6, 6:3, 3:6, 4:6 dem 13 Jahre jüngeren Kroaten Borna Coric, der Münchner Peter Gojowczyk gab verletzt auf. Dazu kassierten Tatjana Maria (Bad Saulgau) und Laura Siegemund (Metzingen) Erstrundenpleiten. Von den sieben der insgesamt 15 deutschen Starter, die bereits im Einsatz waren, hatte zuvor nur Hoffnungsträger Alexander Zverev die zweite Runde erreicht.

Wawrinka kämpft und scheitert

Dort steht nun auch Petkovic, die sich nach Meinung einiger Beobachter eigentlich auf ihrer Abschiedstour vom Profitennis befindet. Zumindest musste man diesen Eindruck in den vergangenen Monaten zunehmend gewinnen. An ihr einstiges sportliches Niveau kommt die auf Nummer 107 der Weltrangliste abgerutschte Darmstädterin schon länger nicht mehr heran. Stattdessen widmet sie sich mit zunehmendem Eifer journalistischen Projekten, wie etwa ihrer regelmäßigen Kolumne für die "Süddeutsche Zeitung". Am Montag jedoch drehte Petkovic die Uhren zurück. Im packenden Tiebreak des ersten Durchgangs, in dem sie beim Stand von 3:6 drei Satzbälle in Serie abwehrte, zeigte sie eine Klasse aus fast vergessenen Tagen. 

Tennis - French Open | Stan Wawrinka verliert gegen Guillermo Garcia-Lopez (picture-alliance/AP Photo/C. Ena)

Auf der Suche nach seiner Form: Stan Wawrinka hadert mit sich und fliegt raus

Noch nicht wieder in der Form der früheren Zeiten ist Vorjahresfinalist Stanislas Wawrinka. Der Schweizer erlitt auf seinem angestrebten Weg zurück in die Weltspitze den nächsten Rückschlag. In Paris unterlag der French-Open-Champion von 2015 in der ersten Runde dem Spanier Guillermo Garcia-Lopez nach 3:30 Stunden mit 2:6, 6:3, 6:4, 6:7 (5:7) und 3:6. Für Wawrinka war es bereits die siebte Niederlage im erst elften Spiel der laufenden Saison. Der frühere Weltranglistendritte, der im vergangenen Jahr noch gegen Rafael Nadal im Finale von Paris stand, hatte sich im vergangenen Jahr zweimal am linken Knie operieren lassen. Seit seiner Rückkehr auf den Court sucht Wawrinka nach seiner Form. In der ATP-Weltrangliste wird der dreimalige Grand-Slam-Sieger nach dem Turnier sogar aus den Top 200 herausfallen. In solch niederen Regionen wurde Wawrinka zuletzt zu Beginn seiner Karriere vor 15 Jahren geführt.

Djokovic ohne größere Probleme 

Der ebenfalls nach langwieriger Verletzung um Anschluss an die Weltspitze kämpfende Novak Djokovic löste seine Aufgabe im Gegensatz zu Wawrinka, dem er im French-Open-Finale 2015 unterlegen war, souverän. Durch einen ungefährdeten Dreisatz-Sieg (6:3, 6:4, 6:4) zog die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste gegen den Brasilianer Rogerio Dutra Silva in gut zwei Stunden in die nächste Runde des zweiten Grand-Slam-Turniers des Jahres ein.

"Ich habe zwar nicht allzu gut angefangen, aber am Ende habe ich in drei Sätzen gewonnen, nur das zählt", sagte der French-Open-Champion von 2016, der nach seiner langen Verletzungspause derzeit nur noch die Nummer 22 der Welt ist.

jw/dvo/asz (sid)     

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