Französisches Gericht bestätigt Urteil gegen Terrorist ″Carlos″ | Aktuell Welt | DW | 15.03.2018
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Terrorismus

Französisches Gericht bestätigt Urteil gegen Terrorist "Carlos"

Wegen eines Anschlags in Paris vor 44 Jahren ist der einstige Topterrorist Ilich Ramírez Sánchez alias "Carlos" erneut zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht bestätigte ein früheres Urteil.

Ilich Ramirez Sanchez alias Carlos (Getty Images/AFP/B. Guay)

Der ehemals weltweit gesuchte Terrorist "Carlos" (r.) auf dem Weg zu einem Gerichtsverfahren in Paris im Dezember 2013

Nachrichtenagenturen berichteten, ein Sondergericht in Paris habe den 68-jährigen Venezolaner schuldig gesprochen, 1974 eine Handgranate in ein Kaufhaus auf dem Pariser Boulevard Saint Germain geworfen zu haben. Damals wurden zwei Menschen getötet und 34 verletzt.

Sànchez war in den 1970er und 1980er Jahren einer der meistgesuchten Männer der Welt. Er war für die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) aktiv und unter anderem an der Geiselnahme von Opec-Ministern in Wien beteiligt. 1994 wurde er im Sudan gefasst und nach Frankreich gebracht, wo er seit mehr als 20 Jahren im Gefängnis sitzt.

Zwei weitere lebenslange Haftstrafen

Bereits im März vergangenen Jahres hatte ein Schwurgericht Sànchez wegen des Pariser Anschlags in erster Instanz zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts wollte er mit der Tat ein Mitglied der Japanischen Roten Armee freipressen, einem Zweig der Volksfront zur Befreiung Palästinas. Sánchez weist die Anschuldigungen zurück.

Der Terrorist verbüßt noch zwei weitere lebenslange Haftstrafen: eine wegen der Ermordung von drei Männern - unter ihnen zwei Polizisten - in Paris im Jahr 1975, eine weitere wegen vier Sprengstoffanschlägen in Frankreich in den Jahren 1982 und 1983 mit insgesamt elf Toten und knapp 150 Verletzten.

hk/cw (dpa, afp)

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