Formel 1 plant den Neustart Anfang Juli | Sport-News | DW | 27.04.2020
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Motorsport

Formel 1 plant den Neustart Anfang Juli

Mit dem Grand Prix von Frankreich ist das nächste ursprünglich geplante Rennen der Formel-1-Saison abgesagt. Formel-1-Chef Chase Carey präsentiert dennoch den Plan für die Saison, die bis zu 18 Rennen umfassen soll.

Motorsport Formel 1| Max Verstappen (imago images/Eibner)

Red-Bull-Pilot Max Verstappen beim Großen Preis von Österreich 2017

Nun ist es offiziell: Mit einem Rennen am 5. Juli in Österreich will die Formel 1 nach zahlreichen durch die Corona-Pandemie erzwungenen Verschiebungen und Absagen in die Saison starten. Dies gab der Vorsitzende der Formula One Group, Chase Carey, am Montag bekannt und bestätigte damit britische Medienberichte. Zudem verkündete Carey einige Rahmendaten zum überarbeiteten Rennkalender.

Weltmeisterschaft mit 15 bis 18 Rennen

Die ersten Rennen sollen demnach im Juli und August in Europa und zunächst ohne Zuschauer an der Strecke stattfinden. Im September, Oktober und November soll der Formel-1-Zirkus dann nach "Eurasien, Asien und auf den den amerikanischen Kontinent" weiterziehen. Zum Abschluss sind für Dezember das Nachhol-Rennen in Bahrain sowie das Saison-Finale in Abu Dhabi geplant. Ein endgültiger Kalender solle sobald wie möglich veröffentlicht werden, er soll 15 bis 18 Rennen umfassen. Ursprünglich hatten 22 WM-Läufe auf dem Programm für die Saison 2020 gestanden.

Motorsport Formel 1| Chase Carey (imago images/HochZwei)

F1-Chef Carey präsentiert einen Fahrplan für die Saison

Bis zu einer endgültigen Lösung seien noch viele Probleme zu überwinden, betont Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media. Die Gesundheit und die Sicherheit aller Beteiligten stehe weiter im Vordergrund. Geklärt werden muss unter anderem die Einreise und die Arbeit der Teams in den jeweiligen Ländern der Rennen. Entscheidend wird auch sein, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickelt und ob die einzelnen Länder grünes Licht für größere Veranstaltungen geben.

Rennen in Frankreich angesagt

Fest steht dagegen schon jetzt: Der Saisonstart wird der späteste in der Geschichte der Formel 1 sein. Zudem wird es keinen Frankreich-GP geben. Die Veranstalter sagten das für den 28. Juni vorgesehene Rennen am Montag-Vormittag ab. Das Rennen in Le Castellet wäre nach dem regulären Plan eigentlich das zehnte der Saison gewesen. Zuvor war bereits der Klassiker in Monaco abgesagt worden, acht weitere Rennen sind zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben. 

Zu den Spekulationen, dass möglicherweise die ersten beiden Saisonläufe in Österreich ausgetragen werden könnten, äußerte sich Formel-1-Boss Carey nicht. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko hatte zuletzt die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass unmittelbar nach dem Rennen am 5. Juli ein zweites gefahren werden könnte - entweder unter der Woche am 8. Juli oder am darauffolgenden Wochenende (12. Juli.).

Doppelrennen in Spielberg und Silverstone?

Australien | Motorsport Formel 1| Helmut Marko (imago images/Icon SMI)

Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko stellt einen Saisonstart in Österreich in Aussicht

Laut Marko prüfe die Formel 1 gemeinsam mit den Veranstaltern in der Steiermark, "wie man die Anzahl der Personen einschränken kann, dass nicht der komplette Tross [...] anreisen muss". Insgesamt sollen weniger als 2000 Menschen an der Strecke sein. Die Teammitglieder müssten einen negativen Corona-Test vorweisen und könnten dann mit Charter-Fliegern am Regionalflughafen  von Zeltweg nahe der Rennstrecke landen. Von der Politik kamen bereits positive Signale: Österreichs Sportminister und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sagte, dass die Regierung einem Geisterrennen "zumindest nicht im Wege stehe". Möglichkeiten, die von Ex-Weltmeister Nico Rosberg im DW-Interview geforderten "kreativen Lösungen" und somit eine abgeänderte Formel-1-Saison zu realisieren scheinen demnach realistisch.

Im Anschluss an das Gastspiel in Österreich könnten zwei weitere Geisterrennen in Großbritannien folgen: Die Streckenbetreiber von Silverstone informierten die Ticket-Inhaber am Montag, dass es in diesem Jahr kein Rennen mit Zuschauern geben werde. "Ich bin extrem enttäuscht, dass ich sagen muss, dass es für uns unmöglich ist, den diesjährigen Grand Prix vor Fans in Silverstone durchzuführen", schrieb Streckenchef Stuart Pringle. Man habe sich diese Entscheidung so lange wie möglich "offen gehalten", müsse diesen Schritt aber nun "gehen".

ww/AR/dvo (dpa/SID)

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