Flüchtlingstragödie in der Ägäis | Nachrichten | DW | 15.01.2019
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Flüchtlinge

Flüchtlingstragödie in der Ägäis

Nachdem vor der türkischen Küste ein Schlauchboot in Seenot geraten ist, hat die türkische Küstenwache über 40 Personen gerettet. Ein kleines Mädchen konnte nur noch tot geborgen werden.

Bei einem Bootsunglück in der griechischen Ägäis ist ein vierjähriges Mädchen ertrunken, weitere 46 Personen konnten gerettet werden. Auf ihrem Weg waren die Flüchtlinge in ihrem Schlauchboot in Seenot geraten und vor der Küstenstadt Kusadasi im Südwesten der Türkei aufgegriffen worden, teilte die Küstenwache mit. Von dort ist es nicht weit bis zur griechischen Insel Samos. Viele der Überlebenden sollen Frauen und Kinder sein. Sie wurden zunächst in ein Krankenhaus gebracht, teilte die Nachrichtenagentur DHA mit. Es soll sich um Iraker handeln, die Küstenwache nannte jedoch keine Staatsangehörigkeiten.

Nach offiziellen Angaben hat die Türkei bisher mehr als 3,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen. Hinzu kommen Migranten aus Afghanistan und dem Irak. Viele Flüchtlinge versuchen von der Türkei aus auf eine der griechischen Inseln zu kommen, um dort Asyl zu beantragen.

Rückgang der Flüchtlinge aus der Türkei

Seit dem Abschluss des Flüchtlingsabkommens mit der Europäischen Union im März 2016 ist die Zahl der Flüchtlinge, die versuchen von der Türkei auf die griechischen Ägäis-Inseln zu gelangen, jedoch deutlich gesunken. Das Abkommen sieht vor, dass syrische Flüchtlinge von den Inseln zurück in die Türkei gebracht werden. Allerdings sitzen die meisten Migranten wegen der Überlastung der Asylbehörden über Monate in den völlig überfüllten Lagern auf Lesbos, Chios, Samos und anderen Inseln fest. Trotzdem versuchen auch weiterhin Flüchtlinge auf die Inseln zu gelangen, wobei es immer wieder zu tödlichen Unglücken kommt.

Unterdessen dauert auch der Zustrom von Migranten nach Zypern an: Nach Angaben des Chefs der zyprischen Migrationsbehörde, Andreas Christofi, setzen monatlich mehr als 1000 Menschen aus Syrien, dem Libanon und der Türkei auf die Insel über. "Im Vergleich zu seiner Bevölkerung ist unser Land an erster Stelle in der EU, was die Zahl der ankommenden Migranten betrifft", sagte Christofi dem zyprischen TV-Sender Alpha.

2018 hätten 7760 Menschen Asyl in Zypern beantragt. In der EU-Inselrepublik Zypern mit gut einer Million Einwohnern leben neben Zehntausenden legalen Ausländern auch rund 10.000 Migranten und Flüchtlinge, deren Status nicht geklärt ist. Das Aufnahmelager in Kokkinotrimithia westlich der Hauptstadt Nikosia ist zyprischen Medien zufolge überfüllt.

fa/stu (dpa, afpd)

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