FC Schalke 04: Die Krise ist da | Sport | DW | 15.09.2018
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3. Spieltag

FC Schalke 04: Die Krise ist da

Drittes Spiel, dritte Niederlage: Der Vizemeister verliert auch in Mönchengladbach. Dem Team fehlt noch sehr viel, um an die Erfolge der vergangenen Saison anknüpfen zu können. Und die nächsten Gegner sind happig.

Mönchengladbach. Es waren nur noch wenige Minuten zu spielen, als Sebastian Rudy am Spielfeldrand behandelt werden musste. Der Mittelfeldspieler des FC Schalke 04 litt unter heftigen Krämpfen und musste sich die letzten Minuten noch irgendwie durchschleppen. Das alles half aber auch nicht. Am Ende stand ein 1:2 für die Schalker bei Borussia Mönchengladbach - und die erste sportliche Krise unter Domenico Tedesco war perfekt. 

Drei Spiele in Folge haben die Schalker in der Bundesliga verloren, mit null Punkten hängen sie am unteren Ende der Tabelle fest. Und auch der Auftritt am Niederrhein sorgte nicht dafür, dass sich bald wieder Optimismus am Berger Feld einstellen wird. "Wir lassen uns von den Ergebnissen nicht irritieren", sagte der 33 Jahre alte Fußballlehrer. Sein Gesicht wirkte dabei allerdings aschfahl, das Lächeln kam unverkennbar gequält über seine Lippen. 

15 Torschüsse wies die Statistik nach der Partie aus. Genauso viele wie die Borussia produziert hatte. Doch die Konsequenz und Zielstrebigkeit ging seinen Spielern vollständig ab. Sie waren mehrfach nah dran. Aber entweder Yann Sommer oder die mangelnde Kaltschnäuzigkeit hinderten sie an einem frühzeitigeren Torerfolg. 

Uth versagen die Nerven

Bundesliga 3. Spieltag | Borussia Mönchengladbach vs. Schalke 04 | Yann Sommer (Getty Images/Bongarts/C. Köpsel)

Borussias Torwart Yann Sommer bei einer seiner vielen Glanzparaden

Es war geradezu erschreckend schwach, wie Mark Uth eine Einladung des Gladbacher Verteidigers Tony Jantschke ausließ, als dieser ihn den Ball in den Lauf spielte. Uth stand alleine vor Sommer und verfehlte das Tor deutlich. "Wenn du Dreck am Fuß hast, dann ist es eben schwer", sagte Daniel Caligiuri in den Katakomben des Stadions. So als ob eine höhere Macht dafür verantwortlich wäre, dass er und seine Mannschaft in diese Bredouille geraten sind.  

Den Schalkern fällt in diesen Tagen so ziemlich alles schwer, was ihnen in der vergangenen Saison noch recht leicht vom Fuß gegangen war. Da wo sie in der vergangenen Spielzeit die wichtigen Zweikämpfe gewonnen haben, sind sie nun häufig unterlegen. Ihnen fehlt die Nähe zum Gegenspieler. Sie laufen häufig nur teilnahmslos hinterher. Und sie sind einfach nicht zwingend genug in ihren Aktionen. "Wir haben die Torchancen, aber wir machen sie einfach nicht", flüsterte Angreifer Guido Burgstaller beinahe. So, als wäre ihm diese Sache äußerst unangenehm.  

Tedesco: "Sind auf gutem Weg"

Die Schalker spielen ähnlich unspektakulär wie in der Vorsaison. Sie setzen auf lange Bälle, wollen den so genannten "zweiten Ball" gewinnen. Der große Unterschied ist allerdings, dass dem Team diese Kompaktheit, die Selbstverständlichkeit abgeht. In der Vorsaison erschien es so, als wüssten die Spieler in jedem Moment, was sie zu tun haben. Bislang ist das Schalker Positionsspiel allerdings alles andere als stabil und konstant. Dennoch versucht Tedesco Zuversicht auszustrahlen. "Das Ergebnis ist enttäuschend. Aber wir sind auf einem guten Weg. Wenn wir so weitermachen, dann könnte der Knoten relativ schnell platzen", sagte der Coach. 

Die Aufgabe für den Ruhrgebietsklub wird in den kommenden Tagen nicht eben einfacher. Am Dienstag treten die Schalker in der Champions League gegen den FC Porto an. Am Samstag kommt der Rekordmeister FC Bayern München in die Schalker Arena. Es werden entscheidende Tage.

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