Fast 300.000 Personen stehen auf der Fahndungsliste | Aktuell Deutschland | DW | 28.07.2018
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Kriminalität

Fast 300.000 Personen stehen auf der Fahndungsliste

Das sind keine kleinen Zahlen: In Deutschland sucht die Polizei nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" derzeit nach fast 300.000 Menschen, die festgenommen werden sollen. Unter ihnen sind rund 126.000 Ausländer.

Wie die Zeitung unter Berufung auf Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) schreibt, waren zum Ende des vergangenen Jahres exakt 297.820 Menschen zur Fahndung in Deutschland ausgeschrieben. Bei 126.327 davon handelt es sich um Ausländer, die das Land verlassen müssen.

Ein Teil dieser Menschen sei aber vermutlich "wohl schon ausgereist", ohne dass dies in jedem Fall registriert worden wäre, hieß es aus dem Innenministerium. Die übrigen Fahndungen zur Festnahme betreffen laut BKA vor allem Straftäter und entwichene Strafgefangene oder dienen der Strafvollstreckung oder der Gefahrenabwehr.

Viele Islamisten

Wie es heißt, verzeichneten die Behörden einen deutlichen Anstieg im Bereich politisch motivierter Kriminalität. Die Zahlen haben sich hier im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht - auf 4.411 gesuchte Menschen. Dabei habe es sich meistens um Islamisten gehandelt. 3.151 offene Haftbefehle betrafen den Angaben zufolge die Unterkategorie "Religiöse Ideologie". 594 Haftbefehle seien wegen politisch rechts und 144 wegen links motivierter Kriminalität offen.

Armin Schuster, Obmann der Union im Innenausschuss des Bundestags, forderte verstärkte Anstrengungen, um Ausländer, die zum Verlassen des Landes verpflichtet seien, auch ausfindig zu machen. "Wenn wir mehr abgetauchte Straftäter und Abzuschiebende festnehmen wollen, müssen wir den Fahndungsdruck erhöhen. Dabei ist die Schleierfahndung das Nonplusultra. Was an Fahndungserfolgen in einem bestimmten Raum möglich wäre, zeigen die Sonderkontrollen rund um den G7-Gipfel in Elmau."

Dabei seien der Bundespolizei 2015 trotz breiter vorheriger Ankündigung in nur 20 Tagen 135 per Haftbefehl gesuchte Straftäter ins Netz gegangen, zudem seien mehr als 1000 Fahndungstreffer erzielt worden, lobte der ehemalige Bundespolizist die sogenannte Schleierfahndung, die der Polizei erlaubt, Menschen oder Fahrzeuge ohne konkreten Verdacht oder Anlass zu kontrollieren.

haz/kle (dpa, kna)

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