Facebook-Chef Mark Zuckerberg: ″Es tut mir leid″ | Wirtschaft | DW | 09.04.2018
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Anhörung im US-Kongress

Facebook-Chef Mark Zuckerberg: "Es tut mir leid"

Zwei Tage lang steht Mark Zuckerberg dem US-Kongress Rede und Antwort zum Datenskandal. In einem vorbereiteten Statement bekennt sich der Facebook-Chef zu seinen Fehlern - und gelobt Besserung.

Facebook habe nicht genug getan, um Schaden abzuwenden, schreibt Mark Zuckerberg in einem Schuldeingeständnis an den ständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses. Dies sei ein großer Fehler gewesen. "Es war mein Fehler. Es tut mir leid. Ich habe Facebook gegründet, ich leite die Firma und ich bin verantwortlich für das, was hier passiert ist."

Umfangreiche Investitionen in die Sicherheit dürften die Ertragskraft seines Unternehmens in nächster Zukunft beeinträchtigen, warnt Zuckerberg in dem Schriftstück. Facebook habe zusätzlich Personal in dem Bereich eingestellt. "Der Schutz unserer Gemeinschaft ist wichtiger als die Maximierung unserer Gewinne." 

Es werde "einige Zeit brauchen, um all die Veränderungen abzuarbeiten, die wir vornehmen müssen", heißt es in der Erklärung des Facebook-Chefs weiter. Er sei aber "dem Ziel verpflichtet, es hinzubekommen".

Harte Fragen angekündigt

Im Datenskandal stellt sich Mark Zuckerberg jetzt erstmals Fragen im US-Kongress. Zunächst ist er an diesem Dienstag als Zeuge bei einer gemeinsamen Sitzung des Rechts- und des Handelsausschusses im Senat geladen. Am Mittwoch steht dann eine weitere Befragung im Ausschuss für Energie und Handel des Repräsentantenhauses an.

Zuckerberg muss sich auf schweres Geschütz einstellen: Mehrere Senatoren und Abgeordnete kündigten in den vergangenen Tagen bereits an, dass sie den Facebook-Chef mit harten Fragen konfrontieren wollen. 

Versäumnisse im Datenskandal

Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor über vier Jahren Informationen von Nutzern unrechtmäßig an die Analyse-Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump gearbeitet hatte.

Dabei ging es nicht nur um die Daten der Umfrageteilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde. Nach Einschätzung von Facebook könnten die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern weltweit betroffen sein - darunter potenziell gut 70 Millionen Amerikaner.

Cambridge Analytica selbst erklärte, man habe Informationen zu 30 Millionen Nutzern erhalten. Facebook wusste seit Ende 2015 von der unerlaubten Datenweitergabe, gab sich aber mit der Zusicherung zufrieden, dass sie vernichtet worden seien und informierte die Nutzer nicht. Dies wird erst jetzt nachgeholt.

gri/rb (dpa, afp)