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PanoramaDeutschland

Explosionen im ICE: Ermittler prüfen politisches Motiv

3. April 2026

Ein 20-Jähriger soll in einem Schnellzug auf dem Weg nach Frankfurt Sprengvorrichtungen gezündet und dabei Reisende verletzt haben. Der Verdächtige wurde festgenommen, die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar.

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Der Bahnhof Siegburg/Bonn mit Polizeibeamten
Am Donnerstagabend wird der volle ICE am Bahnhof Siegburg/Bonn geräumt.Bild: Roberto Pfeil/dpa/picture alliance

Nach einem Angriff mit Sprengvorrichtungen in einem ICE-Schnellzug der Deutschen Bahn hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Der Zug war auf der Strecke von Aachen im Bundesland Nordrhein-Westfalen nach Frankfurt am Main in Hessen unterwegs.

Der 20-jährige Deutsche aus Aachen soll in dem Zug mehrere Explosionen ausgelöst haben. Dabei wurden mindestens zwölf Menschen leicht verletzt. Eine Person wurde kurzzeitig im Krankenhaus behandelt, konnte dieses jedoch schnell wieder verlassen.

Politisches Motiv nicht ausgeschlossen

Zunächst gingen die Ermittler von Pyrotechnik aus. Die Bundespolizei sprach zunächst von sogenannten Softair-Böllern. Inzwischen erklärten sie, nach derzeitgem Sachstand handelte es sich bei den gezündeten Gegenständen um Sprengvorrichtungen. Die Auswertungen der am Tatort gesicherten Spuren sowie die Prüfung des genauen Geschehensablaufs und die Untersuchung der Sprengsätze dauerten an.

Die Ermittler schließen ein politisches Motiv nicht aus. "Aufgrund der vorgefundenen Beweismittel und der bisherigen Erkenntnisse über die Person kann das derzeit nicht ausgeschlossen werden", sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur. 

Verdächtiger in U-Haft

Ein Ermittlungsrichter in Aachen hat inzwischen einen Haftbefehl gegen den Verdächtigen erlassen. Er komme in Untersuchungshaft, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf mit. Der Haftbefehl laute unter anderem auf den Verdacht des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und der Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.

Die Ermittlungen zum Motiv des Deutschen dauern demnach weiter an. Einerseits gibt es nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Erkenntnisse, dass der Mann politisch "dem rechten Spektrum zuzuordnen" sei. Andererseits gebe es auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes. Der genaue Hergang müsse noch ermittelt werden.

Voller ICE-Zug mit Urlaubsreisenden

Der mutmaßliche Täter wurde nach Polizeiangaben von Mitreisenden in einer Zugtoilette eingeschlossen. Einsatzkräfte der Bundespolizei nahmen ihn schließlich am Bahnhof Siegburg/Bonn fest. Die Polizei war mit schwer bewaffneten Beamten vor Ort. Der ICE wurde geräumt, ein Teil des Bahnhofsgeländes vorsorglich abgesperrt. An Bord befanden sich rund 180 Reisende, darunter viele Urlaubsreisende, die mit Gepäck auf dem Bahnsteig warteten. Der Zug sollte planmäßig auch am Frankfurter Flughafen halten.

Polizeieinsatz am Bahnhof nach Anschlagsdrohung in ICE
Die Polizei sperrt den Bahnhof am Donnerstagabend weiträumig abBild: Marius Fuhrmann/dpa/picture alliance

Drohung mit Anschlag

Nach Angaben der Bundespolizei hatte der Verdächtige ein Messer im Rucksack. Bei weiteren Durchsuchungen fanden die Beamten ein zusätzliches Messer, zwei frei verkäufliche Rauchkörper sowie eine Maske, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. 

Der Verdächtige drohte laut Medien mit einem Anschlag. Die "Bild"-Zeitung berichtet, er habe gesagt, dass der Menschen töten wolle. Zur Aussage der "Bild", wonach der Tatverdächtige ein polizeibekannter Rechtsextremer sein soll, wollte sich die Sprecherin zunächst nicht äußern. Weitere Informationen zu dem Fall sollten im Laufe des Freitags veröffentlicht werden.

Der Bahnverkehr war nur teilweise betroffen: Nach Angaben der Bundespolizei wurde lediglich das betroffene Gleis gesperrt. Dennoch kam es für Reisende zwischen Köln und Frankfurt zu Einschränkungen. "Die auf der Strecke befindlichen Züge des Fernverkehrs fahren zurück nach Frankfurt", erklärte eine Bahnsprecherin. Sie führen die Fahrt dann über die andere Rheinseite fort.

pgr/pg (dpa, afp)

Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert! 

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