Explosion auf russischem Raketen-Testgelände | Aktuell Europa | DW | 08.08.2019
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Russisches Militär

Explosion auf russischem Raketen-Testgelände

Nahe der Stadt Sewerodwinsk sind bei einem Waffentest auf einem Militärstützpunkt mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Widersprüchliche Angaben gibt es dazu, ob bei der Explosion Radioaktivität freigesetzt wurde.

Russland Stadt Sewerodwinsk Luftaufnahme (picture-alliance/dpa/S. Bobylev)

Sewerodwinsk (Archivbild)

Zu der Explosion in der Nähe der nordrussischen Hafenstadt kam es nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau beim Test eines Raketentriebwerks. Außer den beiden Todesopfern bestätigte das Ministerium, dass sechs Menschen verletzt wurden. In anderen Berichten war von mindestens 15 Verletzten die Rede.

Berichte über die Freisetzung schädlicher Substanzen wollte das Verteidigungsministerium nicht bestätigen. Auch die in der Region gemessene Radioaktivität bewege sich im Normbereich. Eine Behördensprecherin der Stadt Sewerodwinsk sagte dagegen der Nachrichtenagentur Tass, nach der Detonation sei ein kurzfristiger Anstieg der Radioaktivität gemessen worden. Der Verkehr von nicht-militärischen Schiffen in der nahegelegenen Bucht Dwina wurde nach Angaben der zuständigen Hafenbehörde bis zum 10. September verboten. Eine Begründung für die Maßnahme wurde nicht genannt.

Der Austritt von Radioaktivität könnte auch mit der Erprobung neuartiger Waffensysteme zusammenhängen, die Präsident Wladimir Putin vergangenes Jahr angekündigt hatte. 

Standort der russischen Nordmeer-Flotte

Bei Sewerodwinsk befindet sich ein Gelände, auf dem die russische Marine Raketen für Atom-U-Boote testet. Den Angaben zufolge brach bei der Explosion ein Feuer aus. Ob ein es sich um ein atomar betriebenes Raketentriebwerk handelte ist nicht bekannt. Ein Großteil der Nordflotte der russischen Marine, darunter die Atom-U-Boote, ist in Sewerodwinsk nahe der Stadt Murmansk stationiert.

Russland Sewerodvinsk Marine-Hafen mit Atom-U-Boot (picture-alliance/dpa/O. Kuleshov)

Russisches Atom-U-Boot bei Sewerodwinsk (Archivbild)

Es ist bereits der zweite Unfall beim russischem Militär innerhalb einer Woche. Am Montag war in einem Munitionslager in Sibirien ein Feuer ausgebrochen und hatte zu gewaltigen Explosionen geführt. Mindestens ein Mensch starb, acht weitere wurden verletzt. Tausende Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.

Auch bei Arbeiten an Atom-U-Booten kam es in den vergangenen Jahren  immer wieder zu schweren Unfällen und Bränden. Im Jahr 2015 brach in der Werft  in Sewerodwinsk ein Feuer bei Schweißarbeitern auf einem  Atom-U-Boot aus. Umweltschützer warnten damals, dass der Brand ein "Alarmsignal" sei, und forderten eine Abkehr von der Atomkraft.

qu/uh (dpa, afp, rtr)

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