EU: Zahl der Asylanträge geht in der Corona-Krise deutlich zurück | Aktuell Europa | DW | 13.05.2020
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Migration

EU: Zahl der Asylanträge geht in der Corona-Krise deutlich zurück

Die Europäische Union bleibt das Ziel vieler Asylbewerber. Im Zuge der Corona-Krise gingen die Zahlen aber erheblich zurück. Experten glauben allerdings, dass sich der Trend bald wieder umkehren könnte.

Die Zahl der Asylanträge in der EU ist laut einem Zeitungsbericht in den ersten vier Monaten dieses Jahres deutlich zurückgegangen. In der EU sowie der Schweiz und Norwegen sei die Zahl der neuen Asylanträge zwischen Januar und April um 25 Prozent gesunken, berichtet die "Welt" unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Zahlen der EU-Asylbehörde EASO.

Spanien landet auf Platz Eins

Demnach stellten von Anfang Januar bis Ende April insgesamt 164.718 Personen einen Asylantrag. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte es 221.207 Anträge gegeben. Die meisten Asylanträge wurden mit 37.471 in Spanien gestellt – und zwar von Migranten aus Kolumbien, Venezuela und Honduras.

Auf Platz zwei liegt Deutschland mit 33.714 Asylbewerbern. 23 Prozent von ihnen stammen aus Syrien, 9,3 Prozent aus dem Irak und 7,7 Prozent sind Afghanen. Hinter Deutschland liegen in der Statistik Frankreich (28.710), Griechenland (21.153) und Italien mit lediglich 8025 Anträgen. Schlusslicht ist Estland mit bislang 19 Asylsuchenden in diesem Jahr.

EASO rechnet mit wieder steigenden Zahlen

Im Zuge der Virus-Pandemie warnte EASO, dass mittelfristig wieder deutlich mehr Flüchtlinge nach Europa kommen könnten. Zuletzt habe es wegen der Reisebeschränkungen zur Eindämmung des Virusausbruchs zwar im März nur etwa halb so viele Asylanträge gegeben wie im Februar. Aber COVID-19-Ausbrüche im Nahen Osten und Nordafrika könnten zu Lebensmittelknappheit führen, die Sicherheitslage destabilisieren und damit letztlich militärische Gruppen wie den IS stärken. Dies wiederum könnte mittelfristig zu einem "Anstieg der asylbezogenen Migration" führen.

haz/fw (rtr, afp)

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