Erneut Journalisten in Mexiko getötet | Aktuell Amerika | DW | 17.06.2021
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Kriminalität

Erneut Journalisten in Mexiko getötet

Wieder einmal hat sich bestätigt, dass Mexiko eines der gefährlichsten Länder der Welt ist. Im Süden des Landes wurde ein Lokalreporter erschossen, ein anderer starb an der Grenze zu den USA.

Der Lokalreporter Gustavo Sánchez war am Donnerstagmorgen (Ortszeit) zusammen mit einer anderen Person auf einem Motorrad im Bundesstaat Oaxaca unterwegs, als er von Unbekannten erschossen wurde. Wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, ereignete sich die Tat zwischen zwei Ortschaften im Süden des Landes nahe der Pazifikküste. Zum Zustand und der Identität der zweiten Person gab es zunächst keine Angaben.

Sánchez hatte für Online-Medien in der Isthmus-Region von Oaxaca über lokale Ereignisse berichtet. Nach Angaben mehrerer Organisationen zum Schutz von Journalisten hatte er vergangenen Juli bereits ein Attentat überlebt. Auch danach erhielt er demnach Drohungen und bat den Staat um Schutz. "Wir bedauern, dass die Schutzmaßnahmen des mexikanischen Innenministeriums zu spät kamen", twitterte Reporter ohne Grenzen.

Verschwunden - vermisst - ermordet

Der Tod eines weiteren Journalisten ebenfalls am Donnerstag hat nach Aussage der Ermittlungsbehörden möglicherweise nichts mit seinem Beruf zu tun. Enrique García wurde im Verwaltungsbezirk Metepec etwa 60 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt ermordet. Demnach war er zum Zeitpunkt der Tat als Fahrer für ein Taxi-Unternehmen im Einsatz. Möglicherweise wurde er im Zusammenhang mit einem Raubüberfall getötet.

Im Mai war der Online-Journalist Benjamín Morales Hernández entführt und ermordet worden. Zwei weitere Journalisten gelten als vermisst, nachdem sie in dem von Gewalt geprägten Bundesstaat Sonora im Norden Mexikos verschwunden waren.

Klägliche Aufklärungsquote

Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder für Journalisten. Im vergangenen Jahr wurden dort nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen acht Medienschaffende wegen oder bei ihrer Arbeit getötet - mehr als in jedem anderen Staat.

Insgesamt gibt es in dem nordamerikanischen Land mit rund 126 Millionen Einwohnern im Schnitt fast 100 Morde am Tag - in Deutschland waren es im gesamten vergangenen Jahr 245. Die wenigsten dieser Taten werden jemals aufgeklärt.

Bisweilen kommt es allerdings zu Urteilen wie dem gegen einen der Mörder des 2017 erschossenen Journalisten Javier Valdez. Der Auftragskiller wurde an diesem Donnerstag zu 32 Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, wie die Menschenrechtsorganisation Propuesta Cívica mitteilte. Am Dienstag war zudem ein ehemaliger Bürgermeister wegen Beteiligung am Mord an der Journalistin Miroslava Breach, ebenfalls 2017, zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. 

mak/bru (afp, ap, dpa)

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