Wieder Journalist in Mexiko erschossen | Aktuell Amerika | DW | 17.05.2020
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Medien

Wieder Journalist in Mexiko erschossen

Jorge Miguel Armenta wusste, dass Killer auf ihn angesetzt waren. Er wurde bereits von Personenschützern begleitet. Nun starb er im Bundesstaat Sonora, durch den eine Transportroute der mexikanischen Drogenmafia führt.

Mexiko - Frauenproteste - Gegen Gewalt an Frauen (Getty Images/AFP/P. Pardo)

Drastische Aktion einer mexikanischen Journalistin, um auf die Morde an Kollegen aufmerksam zu machen (Archivfoto)

Jorge Miguel Armenta, Direktor eines Zeitungsverlags, wurde am Samstag in der Stadt Ciudad Obregón von einem bewaffneten Kommando erschossen, wie die Staatsanwaltschaft des nördlichen Bundesstaats Sonora mitteilte. Der Journalist habe gerade zusammen mit zwei Sicherheitsbeamten ein Restaurant verlassen, als die Täter angriffen. Bei der Attacke seien zudem ein Polizist getötet und ein weiterer Beamter verletzt worden, so die Staatsanwaltschaft weiter.

Armenta leitete einen Verlag, der eine Tages- sowie eine Wochenzeitung herausgibt, und betrieb die Online-Plattform Medios Obson. Er und einige seiner Mitarbeiter hatten der Tageszeitung "El Universal" zufolge zuvor Drohungen erhalten. Armenta bewegte sich deshalb mit einem Fahrzeug mit abgedunkelten Scheiben und wurde von Personenschützern begleitet. Er befand sich im staatlichen Programm zum Schutz von Journalisten und Menschenrechtsverteidigern.

Der Bundesstaat Sonora liegt an der Grenze zu den USA und auf einer der wichtigsten Transportrouten der mexikanischen Drogenmafia. Mehrere Kartelle der organisierten Kriminalität kämpfen um die Kontrolle der Region. Mexiko zählt neben Syrien und Afghanistan zu den gefährlichsten Staaten für Medienschaffende. Armenta ist bereits der vierte Journalist, der in diesem Jahr eines gewaltsamen Todes starb. Menschenrechtsorganisationen zufolge wurden 2019 mindestens 15 Pressemitarbeiter ermordet. Die meisten Fälle bleiben straflos.

sti/ww (afp, epd)

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