Ermittlerkreise: Videos belegen Amris Flucht über Lyon | Aktuell Europa | DW | 26.12.2016
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Fluchtweg des Attentäters von Berlin

Ermittlerkreise: Videos belegen Amris Flucht über Lyon

Die Vermutungen über den Fluchtweg von Anis Amri nach dem Anschlag von Berlin scheinen sich zu bestätigen. Der Tunesier wurde demnach am Tag, bevor er in Mailand erschossen wurde, an einem Bahnhof in Lyon gesehen.

Auf Bildern von Video-Überwachungskameras sei zu sehen, wie der mutmaßliche Attentäter vom Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz am Nachmittag des 22. Dezember auf einem Bahnsteig in Lyon stand, berichten mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Justizkreise. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um Aufnahmen vom Bahnhof Lyon Part-Dieu (Artikelbild).

Der 24-Jährige sei auf diesen Bildern allein unterwegs. Der Mann auf den Überwachungsbildern habe eine Kappe und einen Rucksack getragen, hieß es weiter. Bereits in den vergangenen Tagen hatten französische Medien gemeldet, Amri sei nach ersten Ermittlungserkenntnissen wohl über die Stadt im Rhone-Tal nach Italien gereist.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Tunesier in Lyon die Fahrkarte nach Chambery gekauft hat, das zwischen Lyon und der italienischen Grenze liegt und von dort aus nach Mailand weitergefahren ist. In der Nacht zum Freitag wurde er in der italienischen Stadt bei einer Routinekontrolle von Polizisten erschossen.

Weiterhin unklar ist, wie der Attentäter aus Berlin fliehen konnte, und auch, auf welchem Weg Amri von Deutschland nach Frankreich eingereist ist.

Bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz waren am 19. Dezember zwölf Menschen getötet worden, einer davon war der Fahrer des polnischen Lastwagens, mit dem der 2015 nach Deutschland gekommene Amri nach Überzeugung der Ermittler in die Menge raste.

Neue Erkenntnisse über Schüsse auf LKW-Fahrer

Der Lastwagenfahrer, der nach dem LKW-Anschlag tot auf dem Beifahrersitz gefunden wurde, hat nach Informationen der "Bild"-Zeitung schon Stunden vor der Tat einen Kopfschuss erlitten. Bislang war vermutet worden, dass der Mann noch kurz vor dem Anschlag mit dem Attentäter im Führerhaus gekämpft hatte.

Die abschließenden Obduktionsergebnisse hätten ergeben, dass der Pole am Tag der Bluttat schon zwischen 16.30 und 17.30 Uhr einen Schussverletzung erlitten und viel Blut verloren habe, berichtet die "Bild"-Zeitung in ihrer Onlineausgabe. Möglich sei aber, dass er zum Zeitpunkt des Attentats kurz nach 20.00 Uhr noch gelebt habe.

qu/wa (rtr, dpa, afp)