Energiepreise treiben Inflation | Wirtschaft | DW | 30.07.2018
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Inflation

Energiepreise treiben Inflation

Auch im Juli pendelte die Inflation in Deutschland wieder um die Marke von zwei Prozent. Im Vergleich zu den Vormonaten hat sie sich allerdings abgeschwächt.

Die Verbraucherpreise lagen im Schnitt 2,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Montag in einer ersten Schätzung auf Basis von Daten aus sechs Bundesländern mitteilte. Im Juni hatte die Teuerungsrate noch 2,1 Prozent betragen, im Mai 2,2 Prozent.

Preistreiber in Deutschland war zu Beginn der zweiten Jahreshälfte erneut Energie, die sich mit 6,6 Prozent stärker verteuerte als zuletzt.

Der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln schwächte sich dagegen auf 2,6 Prozent ab. Bei Dienstleistungen und Mieten lag das Plus jeweils bei 1,6 Prozent.

Wegen des heißen und trockenen Sommerwetters rechnen Landwirte in diesem Jahr mit deutlichen Ernteeinbußen. Bis die sich aber auf die Preise niederschlagen können, wird es noch eine Weile dauern, erklärte ein Experte des Bundesamtes.

Und die EZB?

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht für die Euro-Zone Inflationsraten von knapp unter zwei Prozent als ideal für die Konjunktur an. Im Juni hatte die Inflationsrate im Euroraum diesen Wert tatsächlich erreicht, vor allem wegen gestiegener Energiepreise.

Für das Gesamtjahr rechnen Volkswirte nun mit einer Inflation von 1,7 Prozent im Euroraum, teilte die EZB am Freitag mit. Im April hatten die Experten noch 1,5 Prozent vorhergesagt.

Die EZB strebt mittelfristig knapp zwei Prozent als Idealwert für die Wirtschaft an, verfehlt dieses Ziel aber seit Jahren. Die Marke wird sie aus Sicht der Ökonomen erst 2023 mit 1,9 Prozent erreichen.

Am Donnerstag hatte die EZB ihren vorsichtigen Kurs in Richtung Zinswende bestätigt. Laut EZB-Chef Mario Draghi ist der Inflationsausblick mittlerweile mit weniger Unsicherheitsfaktoren verbunden.

Da die Konjunktur besser läuft, will die Notenbank ihre vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe bis zum Jahresende auslaufen lassen. Die Schlüsselzinsen will sie aber noch mindestens über den Sommer 2019 hinaus auf dem aktuellen Niveau lassen.

bea/dk (dpa, reuters)