1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Elis Lundholm - erster Transgender-Athlet bei Winterspielen

Stefan Nestler mit dpa
10. Februar 2026

Er identifiziert sich als Mann, startet aber bei den Frauen. Ski-Freestyler Elis Lundholm aus Schweden schreibt bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo sportliche Transgender-Geschichte.

https://p.dw.com/p/58T3t
Elis Lundholm beim Training auf der Buckelpiste in Livigno
Elis Lundholm auf der Buckelpiste in LivignoBild: Vegard Grøtt/Bildbyran/IMAGO

Der Schwede Elis Lundholm hat als erster offen lebender Transgender-Athlet einen Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen bestritten. Der Ski-Freestyler identifiziert sich als Mann, startete in der Qualifikation auf der Buckelpiste aber in der Frauen-Konkurrenz. 

"Körperlich bin ich als Frau geboren, so ist es nun mal", sagte Lundholm vor den Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo der schwedischen Zeitung "Aftonbladet". "Es fällt mir schwer, Außenstehenden mein Empfinden zu erklären, aber innerlich fühle ich mich wie ein Mann. Körperlich habe ich keinerlei Vorteile gegenüber meinen Konkurrentinnen."

IOC: Start Lundholms bei den Frauen ist regelkonform

Da Lundholm keine geschlechtsangleichenden Operationen durchführen und auch juristisch hinsichtlich des Geschlechts keine Änderung vornehmen ließ, wurde der 23-Jährige gemäß der geltenden Regularien vom Nationalen Olympischen Komitee Schwedens für das Frauenteam nominiert. "Elis Lundholm tritt in der Frauenkategorie an, was dem Geschlecht dieser Athletin entspricht", teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit.

Sportlich lief es für den Schweden in der Qualifikation eher schlecht. Nach einem Fahrfehler belegte er den letzten Platz. Nur die besten zehn Starterinnen erreichten das Finale direkt. Deshalb muss Lundholm am Mittwoch eine zweite Qualifikation bestreiten.

Lundholm hatte sein Coming-Out vor fünf Jahren. In der Ski-Freestyle-Szene sei er deswegen nie angefeindet worden, sagt der Schwede. Er wisse aber auch, dass es vor Ort Reaktionen auf ihn geben könnte, so Lundholm. "Natürlich höre ich die Stimmen da draußen. Aber ich mache einfach mein Ding."