DSV entsetzt über Biathlon-Razzien | Sport-News | DW | 12.04.2018
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Biathlon

DSV entsetzt über Biathlon-Razzien

Hat die Führung des Biathlon-Weltverbands 65 Dopingfälle vertuscht? Die Staatsanwaltschaften in Norwegen und Österreich ermitteln. Der Deutsche Skiverband reagiert erschrocken.

Der Deutsche Skiverband (DSV) hat entsetzt auf die beiden Razzien in Österreich und Norwegen reagiert und die Vorgänge als "nicht gut für den Sport im Allgemeinen und den Biathlon im Speziellen" bezeichnet. Am Dienstag hatten österreichische Ermittler die Zentrale des Biathlon-Weltverbands IBU durchsucht und ihr Augenmerk dabei auf Präsident Anders Besseberg und die deutsche Generalsekretärin Nicole Resch gelegt. In Norwegen wurde zudem der Wohnsitz Bessebergs durchsucht. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bestätigte, dass beide Razzien in Zusammenhang stünden und es dabei um Doping gehe. Dem Biathlon-Weltverband wird vorgeworfen, seit 2011 insgesamt 65 Dopingfälle vertuscht zu haben. Dies berichten die norwegische Zeitung "Verdens Gang" und der Fernsehsender NRK unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Besseberg und Resch lassen Ämter ruhen

"Sollten sich die Verdächtigungen erhärten und bestätigen, wäre das ein Schlag in das Gesicht des gesamten organisierten Sports", teilte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach mit. "Wir gehen davon aus, dass solche Razzien nicht grundlos und ohne Indizien erfolgen", sagte Schwarzbach. Der DSV sei "überrascht von den Vorfällen, da wir weder vorab informiert worden sind, noch Informationen besaßen, die eine Entwicklung in diese Richtung angedeutet hätten." Mit der IBU stehe der DSV derzeit nicht in Kontakt.

Anders Besseberg (picture-alliance/dpa/M. Schutt)

IBU-Präsident Anders Besseberg

Schwere Anschuldigungen erhebt der russische Whistleblower Grigori Rodtschenkow gegen die IBU. Der frühere Leiter des Anti-Doping-Labors in Moskau sowie ein nicht namentlich genannter Informant behaupten nach einem Bericht der französischen Tageszeitung "Le Monde", die sich auf einen Untersuchungsbericht der WADA bezieht, dass die IBU gegen die Zahlung von Bestechungsgeldern gedopte russische Sportler geschützt habe. Der 72-jährige Besseberg, der sein Amt ebenso wie Resch ruhen lässt, reagierte gelassen auf die Vorwürfe. "Ich habe nichts zu verbergen", sagte er dem norwegischen Fernsehen NRK.

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