Drei Frauen setzen Trump vor Gericht unter Druck | Aktuell Amerika | DW | 21.03.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Trump und die Justiz

Drei Frauen setzen Trump vor Gericht unter Druck

Neues juristisches Ungemach für Donald Trump: Nach der Pornodarstellerin Stormy Daniels will eine zweite Frau die Aufhebung einer Schweigevereinbarung über eine angebliche Affäre mit dem US-Präsidenten erwirken.

Karen Mcdougal - Playmate (picture alliance/ZUMA/ J. Chennavasin)

Das ehemalige Playmate Karen McDougal beschuldigt Trump (Archivbild)

Die Anwälte des früheren "Playboy"-Models Karen McDougal reichten bei einem Gericht in Los Angeles eine entsprechende Klage ein. Sie führen unter anderem ins Feld, dass ihre heute 46-jährige Mandantin seinerzeit über die Natur der Vereinbarung in die Irre geführt worden sei. Die Klage richtet sich gegen das Medienunternehmen American Media Inc. (AMI), das Mutterhaus des Skandalblatts "National Enquirer". AMI erwarb der Klage zufolge während des Wahlkampfs 2016 für 150.000 Dollar (nach heutigem Wert: 122.500 Euro) die Exklusivrechte an McDougals Geschichte über die angebliche Affäre. Das Unternehmen hatte demnach aber nie vor, die Geschichte zu veröffentlichen. Das Unternehmen habe dies in den Verhandlungen über den Deal mit der Freundschaft von AMI-Chef David Pecker zu Trump begründet.

Eines der Hauptargumente des früheren "Playmates" in der Klage lautet, dass sie die Vereinbarung so verstanden habe, AMI würde ihre Laufbahn als Gesundheits- und Fitnessexpertin mit einer Serie von Publikationen vorantreiben. Dies sei dann aber nicht geschehen. Sie habe erst später festgestellt, dass der Deal dem Unternehmen lediglich das "Recht" zu solchen Publikationen gebe, AMI aber nicht dazu verpflichte.

Drohung aus Trump-Lager?

In der Klage wird auch von angeblichen Drohungen aus dem Trump-Lager gegen McDougal berichtet. Das Rechtsberaterteam des Präsidenten habe ihr gedroht, sie "finanziell zu ruinieren", wenn sie den Medien die angebliche Affäre schildere. Der "New Yorker" hatte allerdings bereits im Februar ausführlich darüber berichtet. Als Quelle nannte das Magazin handschriftliche Aufzeichnungen McDougals, die ihm von einem Freund des Ex-Models zugespielt worden seien.

Die sexuelle Beziehung zu dem drei Mal verheirateten Immobilienmogul will McDougal nach eigener Schilderung über rund zehn Monate hinweg in den Jahren 2006 und 2007 gehabt haben. Trumps angebliche andere Affäre mit Stormy Daniels fällt teilweise in denselben Zeitraum. Trump war damals bereits mit seiner dritten Ehefrau und der heutigen First Lady Melania verheiratet, ihr gemeinsamer Sohn Barron war wenige Monate alt.

Trump dementiert

Trump hat eine Affäre sowohl mit McDougal als auch mit Stormy Daniels dementiert. Der 39-jährige Pornostar, der mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, geht ebenfalls mit einer Klage gegen eine Stillschweigevereinbarung vor. Erst am Freitag hatte sich Trump selbst in diesen Rechtsstreit eingeschaltet. Ein neuer Anwalt des Präsidenten reichte bei einem kalifornischen Gericht einen Antrag ein, der darauf abzielt, den Fall in einem Schlichtungsverfahren hinter verschlossenen Türen abzuhandeln. Trump werde seine Rechte "so verfolgen, wie es das Gesetz erlaubt", erklärte der Anwalt Charles Harder laut Medienberichten.

Stormy Daniels alias Stephanie Clifford (picture-alliance/MJT/AdMedia)

Sie will nicht mehr schweigen müssen: Stormy Daniels alias Stephanie Clifford (Archivbild)

Clifford alias Daniels behauptet, 2006 eine Affäre mit Trump gehabt zu haben. Trumps persönlicher Anwalt Michael Cohen hatte ihr im Oktober 2016, also kurz vor der Präsidentenwahl, ein Schweigegeld von 130.000 Dollar bezahlt - aus eigener Tasche und ohne Wissen des Präsidenten, wie er sagt. Clifford argumentiert jetzt, dass die Vereinbarung nicht gültig sei, da Trump selber sie damals nicht unterzeichnet habe.

US-Medien, darunter die Zeitung "Wall Street Journal", veröffentlichten am Dienstag die Ergebnisse eines Lügendetektortests, welche die Aussagen Daniels über eine sexuelle Beziehung mit Trump im Juli 2006 stützen. Der Test sei 2011 auf Wunsch des Magazins "In Touch" erfolgt, das Daniels damals interviewt hatte, mit der Story aber erst dieses Jahr an die Öffentlichkeit ging.

Etappensieg für Zervos

Noch größeren juristischen Ärger bekommt der Präsident womöglich an einer dritten juristischen Front. Summer Zervos, eine frühere Teilnehmerin an Trumps TV-Show "The Apprentice", erzielte vor einem New Yorker Gericht einen Etappensieg. Sie hat den Präsidenten dort wegen Verleumdung verklagt. Die Klage bezieht sich auf Trumps Behauptung, die von mehr als einem Dutzend Frauen gegen ihn erhobenen Anschuldigungen sexueller Übergriffe seien erlogen. Zervos gibt an, sie sei von Trump im Jahr 2005 gegen ihren Willen geküsst und betatscht worden.

USA Summer Zervos berichtet über sexuellen Übergriff - Vorwürfe gegen Trump (Getty Images/F. M. Brown)

Summer Zervos berichtete über einen angeblichen sexuellen Übergriff Trumps (Archivbild)

Der Präsident wollte ihre Klage mit dem Argument stoppen, dass Gerichte der Bundesstaaten keine Rechtshoheit über den Präsidenten hätten. Richterin Jennifer Schecter schmetterte den Antrag aber am Dienstag ab. "Niemand steht über dem Gesetz", sagte sie. Der Präsident genieße hier keine Immunität und unterliege bei privaten Angelegenheiten wie jeder andere Bürger den allgemeinen Gesetzen.

kle/stu (afp, dpa, ape, spiegel.de)